DIU e.V. - Deutsche Investoren Union DIU e.V. - Deutsche Investoren Union

DIU-Report
Die Mitgliedszeitschrift der Deutschen Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 34 - 28. Juli 2017

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds
  • GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG
  • ALNO AG

Aktienempfehlungen im Rückblick - spekulativ

  • Krones AG

Aktienempfehlungen im Rückblick - konservativ

  • Osram Licht AG
  • W&W AG

Übersicht: besprochene Aktien

Anleihe des Monats - spekulativ

  • Deutsche Bildung Studienfonds

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem es in den letzten Monaten eher ruhig beim Thema „Mittelstandsanleihen“ zuging und auch keine wesentlichen Ausfälle zu verzeichnen waren, hat sich die Lage im Juli wieder zugespitzt. Gleich zwei Emittenten, die GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG sowie die ALNO AG mussten ihren Anleihegläubigern unschöne Wahrheiten verkünden.

Quotendebakel bei GEWA

Schon seit längerem war die Schieflage bei dem schwäbischen Hochhausbauer GEWA bekannt, doch bislang stand – zumindest, wenn man den Äußerungen diverser Unternehmensinsider glauben durfte – eine recht hohe Insolvenzquote von bis zu 80 % im Raum. Die schlechte Nachricht für alle Anleiheinvestoren steht jetzt im Kleingedruckten der Einladung zur anstehenden Gläubigerversammlung. Für gerade einmal 16 Mio. Euro soll der Gebäudekomplex veräußert werden, nach Abzug von Gutachterkosten, Kosten für Insolvenzverwalter und Gemeinsamen Vertreter sowie weiteren Aufwendungen dürften nicht mehr als 15 Mio. Euro bei den Anlegern hängen bleiben, die somit einer Quote von etwa 40 % ins Auge sehen.

ALNO überschuldet

Noch härter trifft es Investoren, die ihr Geld in Anleihen oder Aktien des Küchenherstellers ALNO gesteckt haben. Nach dem letztjährigen Einstieg einer bosnischen Investorengruppe, die für ihre Ruppigkeit bekannt ist, stellt sich jetzt heraus, dass es zu einem Zerwürfnis zwischen alten und neuen Aktionären gekommen ist, das unter anderem dazu führte, dass der neue ALNO-Vorstand einen Insolvenzantrag gestellt hat. Aktien- und Anleihekurse gingen daraufhin auf Tauchstation, inwieweit bei der bilanziell massiv überschuldeten Gesellschaft noch etwas zu holen ist, wird sich erst nach einer heftigen Schlammschlacht zeigen.

Positive Meldungen gibt es auch

Doch die geschilderten Debakel sind nur die eine Seite der Medaille, denn es gibt auch positive Storys im Anleihebereich. So konnte die paragon AG geräuschlos 50 Mio. Euro an frischem Geld einsammeln, auch größere Immobiliengesellschaften wie die DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate AG tun sich derzeit leicht, Anleihen im dreistelligen Millionenbereich zu platzieren.

Offene Augen

Inwieweit Immobilienanleihen bei deren Fälligkeit in mehreren Jahren bedient werden können, dürfte auch am dann herrschenden Marktzinsniveau liegen. Für Anleger gilt deshalb wie bei jeder Anlage, die Augen offen zu halten und getätigte Engagements regelmäßig auf Solidität zu überprüfen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 33 - 29. Juni 2017

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Rickmers Holding AG
  • paragon AG
  • Leifheit AG
  • Sanha GmbH & Co. KG

Aktienempfehlungen im Rückblick - spekulativ

  • S&T AG

Das Unternehmer-Interview

  • Hannes Niederhauser, CEO S&T AG

Aktie des Monats - konservativ

  • Surteco SE

Übersicht: besprochene Aktien

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

bislang entwickeln sich unsere Aktienempfehlungen sehr gut. Neben ordentlichen Kursgewinnen konnten Anleger, die unseren Anregungen gefolgt sind, auch meist schon eine ansehnliche Dividende einfahren. Doch zugegeben, es ist auch leichter, in einer Hausse, wie wir sie derzeit erleben, Aktienkursgewinne einzufahren als in Zeiten von schwächeren Märkten.

Crash-Propheten aller Orten

Seit einigen Monaten – wenn nicht sogar Jahren – nimmt meiner Wahrnehmung nach jedoch die Zahl der Crash-Propheten deutlich zu. Mit Argumenten wie „der Markt ist viel zulange gelaufen“ oder „die Aktienmärkte sind überteuert“ wird den Anlegern eingeredet, dass ein Markteinbruch unmittelbar bevorstehen müsste. Dies würde dann zu gravierenden Verlusten in den Anlegerdepots führen, als Alternativanlage empfehlen viele dieser Schwarzseher Gold und Bargeld.

Märkte sind nicht zu teuer

Dabei übersehen viele Experten, dass der Aktienmarkt – gemessen an traditionellen Kriterien wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder Dividendenrendite – derzeit überhaupt nicht teuer sind. So liegt das aktuelle KGV des DAX bei rund 14 und damit deutlich unter dem 30-Jahres-Durchschnitt von 19, die Dividendenrenditen des DAX liegt im Schnitt bei ca. 3 % und damit meilenweit über der Rendite festverzinslicher Qualitätsanleihen mit hoher Bonität.

Performance verschlafen

Hinzu kommt, dass der DAX seit Jahresbeginn ein Kursplus von rund 11 % vorweisen kann, im Jahr zuvor waren es immerhin knapp 7 %. Wer also den Worten der Crash-Propheten Glauben schenkte, hat eine herausragende Börsenentwicklung schlicht und einfach verschlafen.

Stop-Loss-Strategie unerlässlich

Doch eines ist auch sicher: Die ewigen destruktiven Empfehlungsgeber werden eines Tages Recht behalten und die Aktienmärkte werden wieder fallen. Die Frage ist nur, von welcher Basis. Sollte der DAX beispielsweise von aktuell 12.800 Punkten auf 20.000 Punkte steigen um dann um 25 % einzubrechen, sind diejenigen Anleger, die jetzt schon investiert sind, immer noch im Plus. Zudem sollten Aktieninvestoren grundsätzlich Stop-Loss-Marken beachten, bei deren Unterschreiten die jeweilige Aktie aus dem Depot fliegt. Wir geben in unseren Empfehlungen derartige Verkaufsschwellen vor, damit auch Sie langfristig zu den Gewinnern am Aktienmarkt zählen dürfen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 32 - 30. Mai 2017

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • More & More GmbH
  • Golden Gate GmbH
  • Laurèl GmbH

Aktienempfehlungen im Rückblick - konservativ

  • Osram Licht AG
  • Merkur Bank KGaA

Aktienempfehlungen im Rückblick - spekulativ

  • S&T AG
  • PEH Wertpapier AG

Übersicht: besprochene Aktien

Aktie des Monats - konservativ

  • EVN AG

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

im Jahr 2009 trat das modernisierte Schuldverschreibungsgesetz (SchVG) in Kraft, das es vielen Emittenten erst ermöglichte – zumindest aber erleichterte – sogenannte „Mittelstandsanleihen“ bei Privatanlegern zu platzieren. Jetzt werden die gravierenden Mängel dieses Gesetzes aber immer offensichtlicher.

Gut gemeint…

Wahrscheinlich hat es der Gesetzgeber gut gemeint, den Anleiheinhabern im Falle einer unternehmerischen Schieflage des Unternehmens, in das er investiert hat, die Möglichkeit einzuräumen, einen Gemeinsamen Vertreter zu benennen, der die Interessen aller Anleihegläubiger gebündelt vertritt. Immerhin muss so kein Anleiheinhaber seine Forderung im Ernstfall selbst anmelden, sondern wird in diesem Punkt vertreten. Gut gedacht war sicherlich auch, dass sich die Gemeinsamen Vertreter im Rahmen einer Gläubigerversammlung mit umfassenden Freiheiten ausstatten lassen können, um als Gläubigervertreter am Verhandlungstisch stark mandatiert zu sein.

… ist nicht immer gut gemacht

Leider werden jetzt die Tücken des SchVG immer offensichtlicher. So gibt es Gemeinsame Vertreter, die sich auf den Gläubigerversammlungen zu vollmundigen Versprechungen hinreißen lassen, die nach ihrer Wahl aber quasi in der Versenkung verschwinden und die gebeutelten Anleger im Regen stehen lassen. Dies gilt beispielsweise für die Gläubiger der Solar Millennium-Anleihe, die seit Jahren nichts von „ihrem“ Gemeinsamen Vertreter gehört haben. Noch schlimmer aber ist es, wenn der Verdacht aufkommt, dass der Gemeinsame Vertreter, der ja alle Anleihegläubigergruppen vertreten soll, Partikularinteressen wahrnimmt und damit einzelne Gläubigergruppen bevorzugt und die breite Anlegerschar übervorteilt. Dies könnte im Fall der Laurèl GmbH geschehen sein, über die wir in dieser Ausgabe berichten.

Lösungsansätze

Es stellt sich deshalb die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, einen Gemeinsamen Vertreter zu wählen, vor allem dann, wenn dieser zwar viel Geld kostet, aber seine Aufgabe nicht ernst nimmt oder missbraucht. Ich denke, dass es eine Abwägungssache im Einzelfall sein wird. So war es bei der Pleite von German Pellets sicher richtig, einen gemeinsamen Vertreter zu bestimmen, da tausende von Kleinanlegern sonst schwerlich ihre Forderung hätten anmelden können und hier – soweit mir bekannt - auch keine Einzelinteressen von Anleihegläubigern kollidieren. In anderen kommenden Fällen wird die DIU sehr genau prüfen, ob die Wahl eines Gemeinsamen Vertreters sinnvoll ist und gegebenenfalls gegen eine Wahl stimmen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 31 - 28. April 2017

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG
  • Rickmers Holding AG
  • Laurèl GmbH
  • Golden Gate GmbH

Aktie des Monats - spekulativ

  • Krones AG

Anleihe des Monats - spekulativ

  • Constantin Medien AG

Aktienempfehlungen im Rückblick - spekulativ

  • PEH Wertpapier AG
  • S&T AG

Aktienempfehlungen im Rückblick - konservativ

  • W&W AG

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

für viel Aufsehen und Aktienkursbewegung sorgte in den letzten Wochen die Studie eines amerikanischen Hedgefonds namens „Gotham City“, die der Münchener Aurelius AG ein verheerendes Zeugnis ausstellte und ein Kursziel von unter 10 Euro in den Raum stellte. Der Aktienkurs, der seit vielen Jahren nur eine Richtung kannte, nämlich nach oben, und in der Spitze mehr als 67 Euro betrug, brach zeitweise um bis zu 50 % ein. Bislang hat er sich nicht wirklich erholt und notiert aktuell bei gut 40 Euro.

Die „bösen“ Shortseller

Der 68-seitigen Verkaufsstudie war ein Hinweis vorangestellt, demzufolge Gotham City eine wesentliche Zahl Aurelius-Aktien leerverkauft habe und deshalb von fallenden Kursen profitieren würde. Dieser Hinweis genügte sehr vielen Kommentatoren und Analysten der deutschen Medien- und Börsenlandschaft vollkommen, um die Analyse als unseriös abzustempeln und Aurelius als „Opfer“ vermeintlich krimineller Akteure zu bemitleiden. So mancher Kommentator verstieg sich sogar zu der Behauptung, durch diese Art von Studien würde dem Kapitalmarkt ein Bärendienst erwiesen.

Ungereimtheiten und harte Bandagen

Dabei wissen viele dieser Börsenjournalisten längst, dass es sich beim Aurelius-Vorstandsvorsitzenden Dirk Markus um einen ziemlich skrupellosen Manager handelt. Dies zeigte sich vor einigen Jahren am Beispiel der MS Deutschland GmbH, ein Unternehmen, das sich einige Zeit im Aurelius-Portfolio befand und sich operativ nicht gut entwickelte. Das hinderte Aurelius jedoch nicht daran, die Geschichte vom „Traumschiff“ mit Hilfe eines mehr als fragwürdigen Bewertungsgutachtens aufzuhübschen und dann über den Weg einer Mittelstandsanleihe, die großzügig an Privatinvestoren platziert wurde, Kasse zu machen. Das Ende vom Lied ist bekannt: Das „Traumschiff“ ist längst pleite, Anleihegläubiger schauten in die Röhre. Wer so mit dem Kapitalmarkt umgeht, dem ist auch zuzutrauen, dass er – wie einer der Gotham City-Vorwürfe lautet – die Aurelius-Bewertung mit geschönten Zahlen in die Höhe treibt und dann Aurelius-Aktien abverkauft.

Dirk Markus hat längst kassiert

Denn genau das scheint passiert zu sein. Sicher ist jedenfalls, dass sich das Aurelius-Management – allen voran Markus – im Dezember 2016 in großem Stil von Aurelius-Aktien getrennt hat und weit über 100 Mio. Euro erlöst hat. So gesehen kam der Aktienverkauf genau zum „richtigen“ Zeitpunkt.

Shortseller nutzen dem Markt

Der Aurelius-Kurs hat sich bislang nicht wirklich erholt, doch auf dem aktuellen Kursniveau wird der Aurelius-Konzern immer noch mit gut 1,2 Mrd. Euro bewertet. Für Anleger, die dem Gotham City-Report objektiv lesen und dann auch noch wissen, dass die Gotham City-Analysten in der Vergangenheit bereits in mehreren Fällen Skandale aufdeckten und somit in ihrer Einschätzung richtig lagen, sollte diese Bewertung zum Ausstieg nutzen und für die kritische Analyse dankbar sein.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 30 - 31. März 2017

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Laurèl GmbH
  • MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH
  • Scholz Holding

Aktie des Monats - konservativ

  • GBK Beteiligungen AG

Rechtliches

  • Deutsche Postbank AG

Anleihen im Rückblick - spekulativ

  • paragon AG

Anleihe des Monats - spekulativ

  • publity AG

Aktienempfehlungen im Rückblick - konservativ

  • Merkur Bank KGaA
  • Bijou Brigitte AG
  • Leifheit AG
  • Übersicht: besprochene Aktien

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte mich recht herzlich für die zahlreichen Anregungen und Verbesserungsvorschläge für den DIU-Report bedanken, die Sie in den letzten Wochen und Monaten an uns gerichtet haben. Gerne nehme ich das Vorgeschlagene an und setze es in dieser Ausgabe erstmals um.

Diversifizierte Anleiheempfehlungen

Sehr gut nachvollziehen kann ich Ihren Wunsch, mehr über renditeträchtige Anleihen zu berichten. Das Problem dabei ist nur, dass wir in Zeiten leben, in denen Anleihen mit einer jährlichen Rendite von 2 oder mehr Prozent – ganz zu schweigen von den hochverzinslichen Mittelstandsanleihen – immer auch ein Risiko in sich bergen. Dennoch will ich Ihnen aus meiner Sicht interessante Anleiheempfehlungen weiterhin vorstellen. Deshalb werden ab sofort die entsprechenden Anleiheempfehlungen in die Rubriken „Konservativ“ und „Spekulativ“ unterteilt.

Aktienempfehlungen werden verstärkt

Gut angekommen sind bei Ihnen offensichtlich auch unsere Aktienempfehlungen. Kein Wunder, bislang liegen wir hier auch sehr gut und konnten Ihnen schon schöne Gewinne bescheren, sofern Sie unseren Empfehlungen gefolgt sind. Doch wir wollen uns auch um Aktienbereich weiter verbessern und werden zukünftig - analog zu den Anleiheempfehlungen - die Aktienempfehlungen in die Kategorien „Konservative Dividendentitel und Übernahmekandidaten“ sowie „Spekulative Sondersituationen und Wachstumswerte“ unterteilen.

Nachbesprechungen und Anlegerwarnungen

Unverändert beibehalten werden wir regelmäßige Updates zu unseren Empfehlungen und Anlegerwarnungen. Wir sind stolz darauf, einige bereits ausgefallene Anleiheemissionen rechtzeitig herausgestellt zu haben und Ihnen mit unseren Warnhinweisen wie bei German Pellets oder Scholz hoffentlich viel Geld erspart zu haben. Darüber hinaus werden wir wieder verstärkt vor anderen Anlageangeboten warnen, sofern wir Informationen darüber bekommen. Hier sind wir auf Ihren Input angewiesen: Sollte Ihnen ein Investmentangebot „spanisch“ vorkommen, melden Sie sich bei uns. Gerne werfen wir einen Blick darauf und geben Ihnen unsere Einschätzung dazu.

Mitgliederversammlung steht an

Zuletzt möchte ich Sie noch auf unsere Mitgliederversammlung hinweisen, die am 03. Mai um 11:30 Uhr in München stattfinden wird. Im Rahmen dieser Versammlung planen wir eine Satzungsänderung. Der Vorstand soll auf eine Person reduziert werden, um die Kosten unseres Vereins zu reduzieren. Ich würde mich freuen, Sie auf unserer Mitgliederversammlung begrüßen zu können!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 29 - 27. Februar 2017

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • SeniVita Social Estate AG
  • KTG Energie AG
  • SNP Schneider-Neureither & Partner AG
  • Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds AG
  • Metalcorp Group B.V.
  • Laurèl GmbH

Interview

  • German Pellets GmbH

Aktienempfehlungen im Rückblick

  • Siemens AG
  • Monsanto Company
  • S&T AG
  • Übersicht: besprochene Aktien

Aktie des Monats

  • W&W AG

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

In der letzten Woche fasste der Bundesgerichtshof ein wegweisendes Urteil zu Lasten vieler Anleger, die einen Bausparvertrag besitzen. Dieses Urteil ist ein weiterer Nagel am Sarg des Anlegerschutzes und zeigt einmal mehr, wie unsere Justiz das Recht zu Gunsten von Institutionen auslegt.

Bausparvertrag als Geldanlage

Klassische Bausparverträge funktionieren so: Die Sparer zahlen über eine bestimmte Dauer, meist mehrere Jahre lang, regelmäßige Beiträge ein und erhalten dafür Zinsen. Ursprünglich waren die eher unattraktiv. Für die Kunden lohnte sich das Modell trotzdem, denn sie erwarben während der Ansparphase das Anrecht auf ein günstiges Baudarlehen. Jeder Bausparvertrag läuft über eine bestimmte, bei Abschluss festgelegte Summe. Sobald ein bestimmter Anteil – in der Regel 40 bis 60 Prozent – erreicht wird, gilt der Vertrag als "zuteilungsreif", das heißt: Der Kunde kann sich sein angespartes Vermögen auszahlen lassen und zusätzlich ein Darlehen aufnehmen, um eine Immobilie zu bauen, zu erwerben oder zu renovieren. Noch vor wenigen Jahren boten manche Bausparkassen den Kunden lukrative Zusatzzinsen, falls sie auf ihr Darlehen verzichteten. So machten sie das Modell für Sparer, die gar nicht bauen wollten, attraktiv – der Bausparvertrag wurde zur reinen Geldanlage.

Banken dürfen kündigen

Das Problem der Bausparkassen: In Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen funktioniert ihr Geschäftsmodell nicht mehr. Bausparkredite sind überall günstig zu haben, doch wer sein Geld einfach nur anlegen möchte, bekommt fast nirgendwo gute Zinsen. Viele Altkunden ließen deshalb ihre Verträge weiterlaufen, und zwar jahrelang. Doch damit ist es jetzt vorbei. Bausparkassen dürfen laut BGH ihren Kunden nämlich die Verträge kündigen, wenn diese mehr als zehn Jahre nicht abgerufen wurden. Dies dürfte die meisten Bausparverträge betreffen, die in den Jahren der Niedrigzinsphase als Geldanlage genutzt wurden.

Sind Verträge noch etwas wert?

Auch wenn die Bausparkassen jetzt jubilieren und ein Investment in ein derartiges Institut Erfolg versprechen könnte (siehe Rubrik „Aktie des Monats“), muss man kritisch hinterfragen, wieso der BGH ein derartiges Urteil fällt. Immerhin wurden seinerzeit Verträge geschlossen, und meiner Rechtsauffassung nach müssten diese auch Bestand haben – auch wenn sich die „Zeiten ändern“. Anleger verlieren mit diesem Urteil an Rechtsschutz und müssen für ihre zukünftigen Anlageentscheidungen immer im Hinterkopf behalten, dass ihnen möglicherweise ihr Vorteil genommen wird, wenn es den „Großen“ nicht mehr passt.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 28 - 31. Januar 2017

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Golden Gate GmbH
  • Scholz Holding GmbH
  • MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH
  • KTG Energie AG

Empfehlungen im Rückblick

  • Monsanto Company
  • OMV AG
  • KUKA AG

Aktie des Monats

  • Osram AG

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zinsen befinden sich nach wie vor auf Rekordniveau, die Immobilienpreise steigen und steigen, Immobilienaktien und -anleihen gehen weg wie warme Semmeln. Das ist die Beschreibung des aktuellen Marktumfelds im Immobilienbereich. Nur die DIU hat bislang keine einzige Immobilienaktie oder -anleihe empfohlen. Erkennen wir nicht die Chancen, die sich am Markt bieten oder sind wir einfach verrückt?

Historische Parallelen

Die aktuellen Entwicklungen im Immobiliensektor erinnern mich sehr stark an die Zeiten des Neuen Marktes im Jahr 1999. Erinnern Sie sich? Damals waren Internetaktien der große Renner. Die Aktienkurse stiegen und stiegen, wer sich an „altmodischen“ Begriffen wie Umsatz oder Gewinn orientierte wurde ausgelacht und zählte zu den Ewiggestrigen, die die neue Ära nicht erkennen wollten. Neben Internetaktien waren auch Beteiligungsgesellschaften stark in Mode, natürlich vor allem die Beteiligungsgesellschaften, die in Internetbeteiligungen investiert hatten. Ganz ähnlich stellt sich das Bild heute dar, nur die Begrifflichkeit hat sich von „Internet“ zu „Immobilie“ verändert. Im März 2000 endete die große Sause mit einem Börseneinbruch, der sich gewaschen hatte und viele „Börsenmillionäre“ zu Bettlern verwandelte.

Blase im Immobilienmarkt

Seit Jahren steigen die Preise für Immobilien in fast allen Lagen Deutschlands. Dies nutzen Immobiliengesellschaften in ihren Bilanzierungsmethoden dadurch aus, dass sie ihr Portfolio „hochschreiben“, d.h., mit jeder neu zugekauften neuen, teureren Immobilie werden alle anderen im Portfolio befindlichen Objekte höher bewertet. Aus diesem Bilanzierungstrick resultieren regelmäßig hohe Buchgewinne, die zu einem steigenden Eigenkapital führen, das es wiederum ermöglicht, neue Bankkredite aufzunehmen oder im schlimmeren Fall Anleihen zu begeben. Mit dem frischen Geld werden dann weitere – teurere – Immobilien erworben, die dann wieder zu neuen Buchgewinnen führen: Die Blase wächst.

Wehe wenn…

die Immobilienpreise aber nicht mehr steigen, beispielsweise weil die Marktzinsen klettern oder es eine große Immobiliengesellschaft zerreißt. Spätestens dann dreht sich das Immobilienkarussel in die andere Richtung – mit hohem Abschreibungsbedarf für die überbewerteten Gesellschaften. Im schlimmsten Fall stehen dann viele Unternehmen aus der Immobilienbranche vor dem Aus, weil die finanzierenden Banken ihre Sicherheiten ziehen. Private Anleger, sei es in Aktien oder Anleihen, haben dann das Nachsehen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 27 - 20. Dezember 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • KTG Energie / KTG Agrar
  • Beate Uhse AG
  • VW International Finance N.V.
  • Wienerberger AG

Aktienempfehlungen im Rückblick

  • Monsanto Company
  • Siemens AG
  • KUKA AG
  • Merkur Bank KGaA

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ein für Anleiheinvestoren desaströses Jahr 2016 geht zu Ende. Neben zahlreichen Pleiten und faktischen Totalausfällen mussten Anleger zudem oft herbe Einschnitte in ihre Vermögensposition durch Kapitalschnitte hinnehmen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Und das Geld ist weg

Die prominentesten Anleiheausfälle des Jahres 2016 betrafen Unternehmen, die in den Vorjahren mit besonderer Hartnäckigkeit ihre Seriosität betonten. So schien für German Pellets-Gläubiger noch zu Jahresbeginn als in Ordnung zu sein, ebenso bei den Papieren von KTG Agrar. In beiden Fällen tummelten sich illustre Vorstände, die ihren Geldgebern das Blaue vom Himmel versprachen, dem Markt aber wesentliche Informationen vorenthielten. Niemand wusste beispielsweise von der Vorstrafe des KTG-Vorstands wegen Insolvenzverschleppung in einem anderen Fall. Nicht weniger spektakulär war das Aus der Scholz Holding, bei der die Anleiheinhaber mit Hilfe eines juristischen Kniffs – Emission der Anleihe nach österreichischem Recht und Verlegung des Firmensitzes nach England – ihrer Chancen beraubt wurden. In allen Fällen dürfte die straf- und zivilrechtliche Aufarbeitung noch Jahre dauern.

Nicht werthaltige Sicherheiten

Doch auch Papiere, die auf den ersten Blick gut besichert schienen, erwiesen sich als wertlos. Bestes Beispiel ist hier Steilmann, die zwei Anleihen emittiert hatten, die indirekt mit Aktien der Adler Modemärkte besichert waren. Jetzt stellt sich heraus, dass die Sicherheiten möglichweise wertlos sind und die Rückzahlung eines nennenswerten Betrages in weite Ferne rückt. Schlecht besichert erscheinen auch immer mehr die Papiere der GEWA 5 to 1, da das Bauprojekt derzeit brachliegt und allein dadurch zwangsweise immer mehr an Wert verliert. Ob die für die Anleiheinhaber eingetragenen Grundschulden ausreichen, eine vollständige Rückzahlung zu gewährleisten, darf bezweifelt werden.

Wie geht es weiter?

Die oben angeführten Fälle sind nur ein kleiner Auszug aus dem Buch der gescheiterten Mittelstandsanleihen. Es steht zu befürchten, dass 2017 keine wesentliche Besserung eintritt, sondern dass im Gegenteil die nächsten großen Pleiten vor der Türe stehen. Das Tückische daran ist, dass es oft schwer ersichtlich ist, welcher Emittent als nächstes die Segel streicht. Wir werden Sie auf jeden Fall auch im kommenden Jahr über die größten Kapitalvernichter informieren.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 26 - 30. November 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Rena Lange Holding GmbH
  • Siemens AG
  • SNP Schneider-Neureither & Partner AG
  • Laurèl GmbH
  • GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG

Anleihe des Monats

  • Deutsche Rohstoff AG

Aktie des Monats:

  • Merkur Bank KGaA

Das Unternehmer-Interview:

  • Gerhard Mayer, KFM Deutsche Mittelstand AG

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

dankenswerter Weise erreichen mich von Ihnen immer wieder Anfragen zu einzelnen Anleihen oder Aktien. Das Spektrum reicht von Fragen wie „warum haben Sie diese oder jene Anleihe nicht empfohlen?“ bis zu „Sie bewerten diesen Titel negativ, ich finde ihn aber sehr gut!“. Ich freue mich über jede dieser Kommentare und gebe mein Bestes, Ihnen umfassend zu antworten.

Leider keine Empfehlung wert

So stellte mir jüngst ein Leser Anleihen der SGL Carbon AG vor, die auf den ersten Blick auch sehr attraktiv erscheinen. Immerhin ist der Emittent ein deutsches Unternehmen, dessen Aktien im SDAX notieren, dennoch weisen die emittierten Anleihen eine jährliche Rendite von 6 % auf. Erst ein zweiter Blick zeigt, dass die SGL-Anleihen eher doch nicht als Anlageempfehlung geeignet sind: Die Bilanzkennzahlen der Gesellschaft sind wenig erbaulich, zudem beträgt die Stückelung der Anleihe 100.000 Euro, so dass diese für Privatanleger, die eine Risikostreuung im Depot haben wollen, eher nicht in Frage kommt. Ähnlich verhält es sich mit Anleihen vieler deutscher Großkonzerne, die zwar eine hervorragende Bonität aufweisen, dafür aber einen Anleihekurs, der nur eine Minimalrendite bietet.

Aufnahme in die Empfehlungsliste

Doch es ist auch klar, dass wir nicht alle emittierten Anleihen auf dem Radarschirm haben können, denn in der Summe handelt es sich um beinahe 1000 verschiedene Emittenten allein aus dem deutschsprachigen Raum, die eine Anleihe emittiert haben. Eine Leseranfrage zur Anleihe der Deutsche Rohstoff AG, die ich bislang noch nicht im Fokus hatte, veranlasst mich dazu, in dieser Ausgabe ausführlich über das Unternehmen, das im Geld schwimmt, zu berichten und die Anleihe herauszustellen.

Was wurde aus?

Weitere Fragen von Lesern beziehen sich auf Berichte in älteren Ausgaben des DIU-Report nach dem Motto „was wurde aus?“. Bei Anleihen, über die wir im Rahmen von Gläubigerversammlungen oder Insolvenzen berichten mussten, ist es oft so, dass es einfach keine neuen Meldungen gibt. Ich bin bemüht, wesentliche Ereignisse bei allen in der Vergangenheit besprochenen Titeln für Sie aufzubereiten.

Anfragen willkommen

Sollten Sie dennoch etwas vermissen zögern Sie bitte nicht, mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich werde Ihnen dann entweder direkt persönlich antworten oder in der nächsten Ausgabe dieser Publikation kurz über das gewünschte Thema berichten.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 25 - 28. Oktober 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • S&T AG
  • MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH
  • Enterprise Holdings Ltd.
  • German Pellets GmbH
  • KTG Agrar SE
  • Laurèl GmbH
  • SANHA GmbH & Co. KG

Neuemission im Fokus:

  • FCR Immobilien AG

Aktie des Monats:

  • Leifheit AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

„wer einmal lügt dem glaubt man nicht“ ist ein Sprichwort, das auf den Markt der sogenannten „Mittelstandsanleihen“ wie die Faust aufs Auge passt. Im Wochenrhythmus, so der Eindruck, äußern sich die Chefs von Anleiheemittenten positiv zu ihrem Unternehmen und wägen die arglosen Anleger in Sicherheit, bis die Bombe platzt.

Von Golden Gate bis KTG

Angeführt wird die Liste der Lügner vom damaligen Chef der Münchener Golden Gate GmbH, der noch einige Tage vor der Fälligkeit der Anleihe im Oktober 2014 versicherte, die Anleihe werde pünktlich zurückgezahlt. Genau das passierte dann aber nicht, die nächste Unternehmensmeldung war die Ankündigung des Insolvenzantrags. Ähnlich dreist – nur einige Nummern größer – verhielt sich der Vorstandschef von German Pellets, Peter Leibold. Jahrelang wurde das Unternehmen als Premium-Emittenten dargestellt, Finanzierungsprobleme wurden über Monate dementiert, die Insolvenzverwalter fanden am Ende eine ausgebrannte Firma mit einem Kassenbestand von ein paar tausend Euro vor. Siegfried Hofreiter, wegen Insolvenzdelikten vorbestrafter Pleitier und Chef von KTG Agrar, war lange Zeit Liebling des Mini-Bondmarkts. Im Juni war dann Schluss mit lustig, trotz zahlreicher Interviews, die die Solvenz der Gesellschaft unterstreichen sollten, stehen die Anleger mittlerweile vor einem Scherbenhaufen.

Vertrauen zerstört

Die Aufstellung weiterer Lügenbarone ließe sich noch über einige Seiten fortsetzen – und sie dürfte in Zukunft noch länger werden. Mit geschönten Meldungen schaden die „Unternehmer“ nicht nur ihrem eigenen Image, sondern zerstören das Segment der Mittelstandsanleihen. Mittlerweile reicht es offensichtlich nicht mehr aus, Bilanzen, Geschäftsmodell und Vorstandsaussagen zu bewerten, man muss den gesamten Markt unter Generalverdacht stellen. Dass es mit diesem jetzt entstandenen Vertrauensverlust für die Unternehmen schwer wird, zukünftig fällig werdende Anleihen am Bondmarkt zu refinanzieren, liegt auf der Hand.

Alternative Anlageformen rücken in den Fokus

Das ist der Hauptgrund, warum wir Ihnen nur noch selten den Kauf von Anleihen ans Herz legen und stattdessen ausgewählte Aktienengagements in den Vordergrund stellen. Zwar besteht bei Aktien immer die Möglichkeit eines Kursverlusts, insbesondere dann, wenn die Aktienmärkte insgesamt in Mitleidenschaft gezogen werden, aber die Wahrscheinlichkeit, bei großen deutschen Standardtiteln einem Betrüger auf den Leim zu gehen, geht gegen Null.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 24 - 30. September 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Laurèl GmbH
  • KTG Agrar SE
  • KTG Energie AG
  • MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH

Empfehlungen im Rückblick:

  • Metalcorp Group B.V.
  • Volkswagen AG

Neuemission im Fokus:

  • Halloren Schokoladenfabrik AG

Aktie des Monats:

  • Monsanto Company

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

um die zukünftige Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte einschätzen zu können, lohnt hin und wieder ein Blick in die Vergangenheit. Besonders die Zeit vor der Jahrtausendwende könnte Aufschluss über den weiteren mittelfristigen Verlauf der Börsen weltweit geben.

Fusionsfieber

Erinnern Sie sich? Sagenhafte 370 Mrd. Mark ließ sich Vodafone Mannesmann kosten und liegt damit an der Spitze der Übernahmeliste am Ende des vergangenen Jahrtausends. Doch es gab noch weitere Megafusionen. Umgerechnet 311 Mrd. Mark bot der US-Internetkonzern AOL im Januar 2000 für den US-Medienkonzern Time Warner, 259 Mrd. Mark kostet die Übernahme der US-Telekommunikationsfirma Sprint durch MCI Worldcom im Oktober 1999. Gleichzeitig schossen – auch getrieben durch die Fusionen – die Börsenkurse weltweit in die Höhe.

Ein Ende mit Schrecken

Das Ende ist bekannt. Im März 2000 platzte die Börsenblase, die weltweiten Börsen krachten in sich zusammen, viele vormalige „Börsenstars“ verschwanden vom Kurszettel, der Neue Markt als Börsenplattform für vermeintlich aufstrebende Technologieunternehmen wurde eingestellt. Es dauerte rund fünf Jahre, bis sich die Börsen von diesem Schock wieder einigermaßen erholt hatten und die Investoren wieder zur Tagesordnung zurückkehren konnten.

Parallelen erkennbar

Derzeit erleben wir wieder eine Übernahmewelle von Großkonzernen. Aktuelles Beispiel ist die bevorstehende Akquisition von Monsanto durch die Bayer AG im Volumen von kolportierten 66 Mrd. US$. Auch der Gesundheitskonzern Fresenius klotzt und kauft Für 5,76 Mrd. Euro den spanischen Krankenhauskonzern Quirónsalud mit 43 Kliniken und 35.000 Mitarbeitern. Daneben stehen derzeit die deutschen Technologiekonzerne KUKA und Wincor Nixdorf auf der Einkaufsliste ausländischer Investoren. Gleichzeitig befinden sich die großen internationalen Aktienindizes wieder nahe an ihren Höchstständen. Alles in allem also eine ähnliche Konstellation wie vor 16 Jahren – zumindest wenn man sich die Entwicklung des Übernahmekarussells ansieht.

Vorsicht ist geboten

Für Anleger bedeutet dies erhöhte Wachsamkeit. Als Anlageobjekte eignen sich die Übernahmeziele zwar durchaus, wie unsere heutige „Aktie des Monats“ zeigt doch in der Breite des Marktes wollen Investments sehr genau überprüft werden. Wir geben unser Bestes, Sie auf die „richtigen“ Anlagen aufmerksam zu machen!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 23 - 30. August 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktienempfehlungen im Rückblick:

  • Bijou Brigitte AG
  • Siemens AG
  • S&T AG

Aktuelle Fälle:

  • Golden Gate GmbH
  • Scholz Holding GmbH
  • Rickmers Holding AG
  • SeniVita Social Estate AG
  • Steilmann SE

Aktie des Monats:

  • KUKA AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

"wer gut essen will, kauft Aktien; wer gut schlafen will, kauft Anleihen." Diese Weisheit des 1999 gestorbenen ungarischen Börsengurus André Kostolany hatte jahrzehntelang Bestand. Abgesehen von den seltenen Crashs konnten Anleger mit dem Kaufen und Liegenlassen von Aktien viel Geld verdienen. Und hochqualitative Staatsanleihen boten zwar keine so hohe Rendite, aber dafür konnten ihre Besitzer ruhig schlafen.

Goldene Zeiten sind vorbei

Doch diese goldenen Zeiten sind fürs erste vorbei. Die Renditen hochqualitativer Staatsanleihen liegen bis zum 10-jährigen Bereich im Minus, die Aktienkurse bewegen sich mit hoher Volatilität eher seitwärts. Und bessere Perspektiven sind wegen des schwachen Wirtschaftswachstums und der niedrigen Inflationsraten nicht in Sicht. Trotz massiver Notenbankinterventionen kommt das Weltwirtschaftswachstum nicht in die Gänge, ein Heilmittel gegen die unerfreuliche Situation ist bislang nicht gefunden.

Die Lage für Bankkunden wird ernst

Im Gegenteil, die Politik der Negativzinsen wird immer exzessiver gefahren – und das, obwohl bislang keine Erfolge erkennbar sind. Für Privatanleger wird die Situation langsam heikel, denn erste deutsche Banken haben mittlerweile angekündigt, die von der EZB auferlegten Strafzinsen an die Kunden weiterzugeben. Andere Banken kündigten an, das kostenlose Girokonto abzuschaffen. Viele Bundesbürger fragen sich, wohin das noch führen soll. Wird der Strafzins irgendwann auch auf ihr Erspartes fällig? Zahlen sie drauf, wenn sie Geld zur Bank bringen?

Schweiz als (schlechtes) Vorbild

Was passiert, wenn die Leitzinsen immer weiter in den negativen Bereich fallen, zeigt ein Blick in die Schweiz. Dort beträgt der Leitzins der Schweizer Nationalbank mittlerweile minus 0,75 %, in der Eurozone sind es 0 %. Der Strafzins, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld kurzfristig bei der Nationalbank parken, liegt in der Schweiz bei minus 0,75 %, in der Euro-Zone bei minus 0,4 %. Zwar wird der Negativzins in der Schweiz bislang nicht an die Kleinanleger weitergeleitet, Großanleger wie Pensionskassen und Versicherungen versuchen jedoch, Liquidität abzubauen und irgendwie noch Rendite zu erwirtschaften.

Risiken wachsen

Doch um überhaupt noch eine positive Rendite erzielen zu können, weichen institutionelle Anleger auf Papiere mit langer Laufzeit oder schlechtem Rating aus. Das wiederum birgt hohe Risiken für das gesamte Finanzsystem, denn man kann durchaus davon ausgehen, dass binnen der nächsten zehn Jahre eine Rezession stattfinden wird, die viele schlechte Schuldner in die Krise treiben dürfte.

Unseriöse Geschäftsmodelle entstehen

Privatanleger sind ebenfalls nervös, weil sie Angst haben, dass ihre Altersvorsorge in Gefahr ist. Das führt eben nicht – wie von der Politik gewünscht - zu mehr Konsum, sondern ebnet den Weg für Anlageformen, die noch Rendite versprechen - und dabei zunehmend in unseriöse Geschäftsmodelle hineinlaufen. Wir wollen Ihnen dabei helfen, die schlimmsten Fehler bei der Anlagepolitik zu vermeiden. Darauf können Sie sich verlassen!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 22 - 29. Juli 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Wienerberger AG
  • Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds
  • PosterXXL GmbH
  • SNP AG
  • Royalbeach GmbH
  • KTG Agrar SE

Aktie des Monats:

  • Siemens AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch wenn es vor einige Jahren noch unvorstellbar schien, die Renditen von Bundesanleihen fallen und fallen. Mittlerweile ist ein Niveau erreicht, bei dem man selbst im 10-jährigen Bereich Negativzinsen zu beklagen hat. Das klassische Modell der Alterssicherung, erspartes Geld zinsbringend in Staatsanleihen anzulegen und im Alter von den erwartet üppigen Zinszahlungen zu profitieren, hat längst ausgedient.

EZB kauft alles

Verantwortlich für die katastrophale Zinsentwicklung sind die großen Notenbanken dieser Welt mit ihrer ultraleichten Geldpolitik. Um die Wirtschaft anzukurbeln wurden die Leitzinsen in den USA, Japan und Europa auf Null oder fast Null gesetzt. Gleichzeitig haben die Notenbanken ein gigantisches Anleihekaufprogramm gestartet, das die Anleihekurse der Staatsanleihen in die Höhe treibt und die Rendite sinken lässt. Doch damit nicht genug. Nachdem diese Programme immer noch nicht die gewünschte konjunkturelle Erholung bewirkt haben, werden jetzt zunehmend Unternehmensanleihen aufgekauft – mit dem Ergebnis, dass auch hier die Anleihekurse steigen und die Renditen sinken.

Blase wächst

Mittlerweile dürfte den meisten Menschen bewusst sein, dass in diesem Szenario eine große Blase wächst, die früher oder später implodieren dürfte. Denn es ist klar, dass die angekauften Anleihen nicht alle so werthaltig sind, wie behauptet. Sollte ein Land – genannt seien hier exemplarisch Spanien und Italien - oder ein Unternehmen in Schieflage geraten, wird die künstlich erzeugte Blase platzen. Zudem führt die Niedrigzinspolitik auch an ganz anderen Märkten zu einer Blasenbildung. Viele Anleger nutzen nämlich die günstigen Zinsen, um sich Immobilien zu kaufen. Folge: Die Immobilienpreise in Deutschlands Großstädten explodieren.

Krisenszenario beunruhigt

Sollte es also zum „großen Knall“ kommen, dürften die Zinsen stark steigen, dementsprechend werden die Anleihekurse massiv einbrechen und die Zentralbanken sowie viele große institutionelle Anleger geraten unter massiven Abschreibungsdruck. Gleichzeitig dürften die Immobilienpreise sinken, so dass viele fremdfinanzierte Immobilieninvestments ins Wanken geraten. Alles in allem kein erbaulicher Ausblick auf die uns möglicherweise bevorstehende Entwicklung.

Aktien und Sachwerte

Wie kann man sich am besten gegen dieses Szenario schützen? Neben einem aktiven Depotmanagement, bei dem man seine Investments regelmäßig kritisch hinterfragt, sollten Sachwerte wie physisches Gold, (nicht ausschließlich fremdfinanzierte) Immobilien und ausgewählte Standardaktien in den Bestand genommen werden. Auch wenn dann die Aktienkurse fallen, ein Ausfallrisiko sehen wir bei den deutschen Blue-Chips nicht. Deshalb stellen wir Ihnen heute mit der Siemens AG einen dividendenstarken DAX-Titel vor, der aus mehreren Gründen attraktiv erscheint.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 21 - 30. Juni 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Travel24.com AG
  • Karlie Group GmbH
  • Scholz Holding GmbH
  • S&T AG

Anlegerwarnung:

  • Stern Immobilien AG

Anleihe des Monats:

  • OMV AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

wesentlicher Bestandteil einer „guten“ Anleiheemission ist das Besicherungskonzept. Zumindest wurde dies den Anlegern lange Zeit eingeimpft und als Qualitätsmerkmal einer neuen Anleihe verkauft. Doch die Realität sieht leider anders aus. Viele Sicherheiten sind nicht das Papier wert, auf das der Emissionsprospekt gedruckt ist.

Sicherheiten fallen aus

So hatten sich die Anleihegläubiger der Golden Gate darauf verlassen, dass die 30 Mio. Euro schwere Anleihe mit einer entsprechenden Grundschuld auf ein Immobilienobjekt in Leipzig besichert ist. Tatsächlich war die Grundschuld auch in entsprechender Höhe eingetragen, doch das Objekt ist bei weitem keine 30 Mio. Euro wert. Noch schlimmer erwischte es Anleger der MS Deutschland-Anleihe, die davon ausgegangen waren, dass das „Traumschiff“ 100 Mio. US$ wert ist. Wie sich nach der Pleite der Gesellschaft herausstellte, war das Schiff vor der Anleiheemission massiv überbewertet worden, lediglich rund 20 % der Anlegergelder dürften nach Abschluss des Insolvenzverfahrens zurück an die Kapitalgeber fließen. Die Liste der nicht werthaltig besicherten Anleihen lässt sich mit Penell oder wahrscheinlich Steilmann leicht fortsetzen. Wenig werthaltige Sicherheiten befürchten wir zudem bei der Anleihe der Stern Immobilien AG, die wir in dieser Ausgabe besprechen.

Webfehler in der Anleihesystematik

Die vorgenannten Beispiele zeigen, dass es eben nicht ausreicht, sich auf die Stellung von Sicherheiten zu verlassen. Das Kernproblem ist nämlich, dass die Unternehmen mit der Emission einer Anleihe darauf setzen, nicht so genau geprüft zu werden wie es eine Bank tun würde. Zudem hat ein einzelner Anleihegläubiger während der Anleihelaufzeit viel weniger Möglichkeiten, das Management und den Geschäftsverlauf zu überwachen, als dies eine Bank tun kann. Daneben ist auch die Verwertung der Sicherheiten oft nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Wesentliche Kriterien

Für aktive Anleger bedeutet dies, dass es neben der vermeintlich soliden Stellung von Sicherheiten entscheidend darauf ankommt, auch andere Faktoren in die Anlageentscheidung einfließen zu lassen. Neben dem regelmäßigen Studium von Geschäftszahlen, die die Emittenten in Forma von Quartals- und Jahresberichten veröffentlichen, gehört aus unserer Sicht dazu, das Management eines Unternehmens genau zu beleuchten. Es gilt für uns der Grundsatz, dass eine Empfehlung nur dann erfolgt, wenn wir ausreichend Anhaltspunkte dafür haben, dass die Gesellschafter seriös arbeiten und es nicht von vorneherein darauf anlegen, Anleger über den Tisch zu ziehen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 20 - 31. Mai 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Beate Uhse AG
  • Ekosem-Agrar GmbH
  • Golden Gate GmbH
  • German Pellets GmbH
  • Scholz Holding GmbH

Anleihe des Monats:

  • SeniVita Social Estate AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

bekanntermaßen lässt sich mit deutschen Staatsanleihen kein Geld mehr verdienen, die Renditen liegen für alle Laufzeiten weit unter ihrem langjährigen Mittel, im kurz- und mittelfristigen Bereich sind sogar negative Zinsen – also ein Verlust auf die Einlage - die Regel. Nicht viel besser sieht es in den anderen europäischen Ländern aus. Wer hätte es sich vor einigen Jahren vorstellen können, dass die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen von Spanien oder Italien unter 1,5 % liegen kann.

Seriöse Staaten gesucht

Doch sind die südeuropäischen Länder auf einmal solide geworden? Erinnern Sie sich noch daran, dass beispielsweise Italien regelmäßig Inflationsraten im zweistelligen Bereich vermelden musste und die italienische Lira gegenüber der D-Mark immer wieder abgewertet wurde? Glauben Sie ernsthaft, dass sich mit der Einführung des Euro die Rahmendaten für Italien grundlegend geändert haben? Ich denke, das ist nicht der Fall. Wenn das aber nicht so ist, dann steigt der Druck im Deckel immer weiter an. Die im Vergleich zu Deutschland niedrigere Produktivität des Landes wird durch immer höhere Schuldenberge ausgeglichen – bis die Blase platzt. Denn schon jetzt müsste wirklich auch dem letzten Europäer klar sein, dass kein Land seine Schulden wird jemals zurückzahlen können.

Keine Staatsanleihen kaufen

Sollte man also jetzt in europäische Staatsanleihen investieren? Die Antwort kann nur lauten: Nein! Es steht zu befürchten, dass uns die Politik des leichten Geldes in absehbarer Zeit um die Ohren fliegt – mit sehr unschönen Konsequenzen. Im harmlosen Fall steigen die Zinsen irgendwann wieder an, so dass die festverzinslichen Papiere einen drastischen Kurseinbruch erleben. Nicht auszuschließen ist aus meiner Sicht aber auch ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone. Dann stehen viele Länder vor einem Scherbenhaufen und können ihre Euro-Schulden gar nicht mehr zurückzahlen. Die Blaupause für diesen Fall haben wir vor einigen Jahren bereits in Griechenland erlebt. Hier mussten die Investoren herbe Verluste einstecken.

Unternehmensanleihen besser

Wenn man sich als Anleger auf den Bereich „Anleihen“ beschränken will, ist man mit Papieren bonitätsstarker Unternehmen sicher besser aufgehoben als mit Staatsanleihen. Die „Guten“ von den „Schlechten“ zu trennen, ist aber nicht einfach. Wir geben Ihnen regelmäßig Hilfestellungen und warnen vor faulen Eiern und empfehlen aus unserer Sicht attraktive Angebote.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 19 - 29. April 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • German Pellets GmbH
  • posterXXL GmbH
  • S&T AG
  • Karlie Group GmbH
  • Steilmann SE
  • Scholz Holding GmbH

Anlage des Monats:

  • PEH Wertpapier AG

Anlegerwarnung

  • Deutsche Oel & Gas SA

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der aktuellen Niedrigzinsphase wird es immer schwieriger, interessante und renditeträchtige Anlageformen zu finden. Das führt dazu, dass immer öfter Scharlatane auftauchen, die mit den absurdesten Versprechungen versuchen, ahnungslosen Anlegern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Investments in Syrien?

Vor kurzem rief mich ein Anleger an und bat um meinen Rat bezüglich einer „sehr sicheren“ Anlagemöglichkeit in Syrien. Angeblich würde es staatlich geförderte Investitionsprojekte geben, die den Wiederaufbau der Infrastruktur in Syrien und dem Irak zum Inhalt hätten. Für Privatanleger würde sich hier eine große Chance fast ohne Risiko ergeben, da die Anlegergelder durch eine Staatsbürgschaft gesichert seien und dennoch eine Verzinsung von acht Prozent abwerfen würden. Ich habe vor einem Investment abgeraten. Auch wenn es möglicherweise früher oder später Infrastrukturprojekte in den vom Krieg zerstörten Ländern geben sollte, stehen diese Privatanlegern nicht offen - und schon gar nicht staatlich garantiert. Das perfide an derartigen Angeboten ist jedoch die Vermischung von tatsächlich Möglichem und Märchen.

Holz in Costa Rica – Gas in Kanada

Gleiches gilt für eine ganze Reihe weiterer Anlageangebote, die derzeit auf dem Markt sind oder es bis vor Kurzem waren. Die Teak Holz International AG versprach Anlegern das Pflanzen und die Aufzucht von Teakholz-Plantagen in Costa Rica. Nachdem viel Anlegergeld eingesammelt wurde, stellte sich heraus, dass von den angeblich so zahlreich gepflanzten Bäumen nur ein Bestand von 10 % vorhanden war. Das Ende vom Lied war der Totalverlust für die Kapitalgeber. Das gleiche Schicksal dürfte Anlegern blühen, die in die Deutsche Oel & Gas SA investieren. Die derzeit mit einem enormen Marketingaufwand vertriebene Anleihe ist extrem risikoreich, wir raten dringend vor einem Engagement ab! Mehr hierzu in dieser Ausgabe.

Nicht blind vertrauen

Eines haben die angesprochenen „Investments“ alle gemein. Das operative Geschäft der Gesellschaften befindet sich weit weg von Deutschland, so dass es sehr schwer zu überprüfen ist. Gerade darauf kommt es aber an, wenn man sein Geld in die Hände anderer gibt. Ich bitte Sie deshalb: Nutzen Sie die Vorteile Ihrer Mitgliedschaft in der DIU! Wenn Sie ein vermeintlich attraktives Anlageangebot erhalten, bei dem Sie sich nicht ganz sicher sind - melden Sie sich bei mir. Ich schaue mir das gerne an und gebe Ihnen eine Einschätzung zu Ihrem Thema. Darauf können Sie sich verlassen!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 18 - 24. März 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Penell GmbH
  • Singulus Technologies AG
  • German Pellets GmbH
  • Smart Solutions Holding GmbH
  • Ekosem-Agrar GmbH

Anleihe des Monats:

  • Metalcorp Group B.V.

Das Unternehmer-Interview:

  • S&T AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

eigentlich müsste es mittlerweile jeder Anleiheinvestor verstanden haben: Eine Kapitalanlage in hochverzinslichen „Mittelstandsanleihen“ ist mit Risiken verbunden – denn sonst würden die Emittenten nicht so hohe Zinsen bezahlen. Und eine Geldanlage in Risikopapieren bedeutet eben, dass man sich als Anleger um sein Investment aktiv kümmern muss – sonst wird man anstatt das Geld zu vermehren einen Verlust erleiden. Leider ist diese Botschaft bei vielen Anlegern noch nicht angekommen.

Desaster Ekosem

Das beste Beispiel für diese Einschätzung ist die jüngst abgehaltene Gläubigerversammlung der Ekosem-Agrar GmbH. Die Anleiheinhaber hatten darüber abzustimmen, ob die Anleihelaufzeit um vier Jahre verlängert werden soll, ohne dass weitergehende Zugeständnisse wie eine höhere Verzinsung oder eine Besicherung der Anleihe angeboten werden. Die DIU hatte sich im Vorfeld der Versammlung klar gegen diese Beschlussvorlage positioniert. Doch die Anleiheinhaber blieben passiv. So waren mit viel Glück für das Management gerade einmal gut 25 % des Anleihekapitals vertreten, was im Umkehrschluss bedeutet, dass rund Dreiviertel der Anleger die Entwicklung ihres Investments egal zu sein scheint. Im Rahmen der Abstimmung dann wurde es noch frustrierender: Obwohl der Geschäftsführer der Gesellschaft avisiert hatte, dass er bei zu großem Widerstand der Anleihegläubiger bereit wäre, eine Sonderzahlung leisten zu wollen, um die Zustimmung zu erkaufen, stimmte die große Mehrheit der Anwesenden kritiklos der Verlängerung zu und verzichtete somit sehenden Auges auf eine Extrazahlung!

Kein Einzelfall

Doch derartige Zustände sind kein Einzelfall. So wollten die Geschäftsführer der vormals unter Sympatex firmierenden Smart Solutions Holding per Gläubigerversammlung erreichen, die emittierte Mittelstandsanleihe vorzeitig zurückzuzahlen. Doch trotz einer großen Marketingkampagne erschienen nicht einmal 25 % der Anleihegläubiger zur Versammlung, die dann nicht beschlussfähig war. Resultat des Desinteresses: Der Anleihekurs stürzte ins Bodenlose ab.

Kein Ertrag ohne Engagement

So lange aber die Ansicht der meisten Investoren bestehen bleibt, dass man sich um sein Investment in eine Mittelstandsanleihe nicht kümmern muss, so lange werden die Anleger auch den Schaden haben. Zum einen ist es für die Unternehmenslenker oft ein Leichtes, ihre Interessen gegen die der Anleger durchzudrücken, zum anderen können auch sinnvolle Beschlussvorschläge mangels Präsenz nicht durchgezogen werden.

Information ist Trumpf

Für aktive Anleger, die an ihrem Investment auch etwas verdienen wollen, gilt deshalb: Information ist Trumpf. Wir bieten unseren Mitgliedern diese Informationen zu vielen aktuellen Situationen im Anleihebereich. Doch damit nicht genug: Sollten Sie zu einer in Ihrem Depot befindlichen Anlage Fragen haben, zögern Sie nicht, uns anzurufen!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 17 - 26. Februar 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • German Pellets GmbH
  • Singulus Technologies AG
  • Scholz Holding GmbH
  • Penell GmbH
  • Ekosem-Agrar GmbH

Empfehlungen im Rückblick:

  • Royalbeach GmbH
  • Wienerberger AG
  • SNP AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

die deutschen sogenannten „Mittelstandsanleihen“ sind im Februar zum Teil massiv eingebrochen. Dabei erwischte es nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Scholz, German Pellets & Co. sondern auch eine ganze Reihe von Emittenten, die nach Prüfung der Bilanz eigentlich sehr gut aussehen und deren operatives Geschäft läuft. Was also ist geschehen?

Faule Eier verderben den Markt

Da wären zunächst die Anleihe-Ausfälle der letzten Wochen. Viele Anleger dürften schockiert darüber sein, dass ihre German Pellets- oder Scholz-Anleihen, die vor einigen Monaten noch nahe der 100 % Marke notierten, mittlerweile nur noch zu Kursen auf Ramschniveau zu verkaufen sind. Das Anleihevolumen beider Unternehmen zusammen lag bei knapp 500 Mio. Euro, die also innerhalb kürzester Zeit in Rauch aufgingen. Kein Wunder wäre es, wenn viele Anleger, die bislang an das Marktsegment „Mittelstandsanleihen“ geglaubt hatten, fluchtartig ihre übrigen Positionen – ohne Rücksicht auf Verluste - verkauft haben.

Gläubigerversammlungen stehen an

Das ist aber noch nicht alles. In geradezu unverschämter Manier versuchen derzeit Unternehmen, eine Laufzeitverlängerung ihrer Anliehen durchzusetzen, ohne dass die Anleiheinhaber besser gestellt werden. Beispiel: Die Ekosem Agrar GmbH, die die beiden ausstehenden Anleihen um jeweils vier Jahre verlängern will. Nicht gerade vertrauensbildend dabei ist es, dass die Anleihegläubiger trotz Verlängerung wieder nicht besichert werden sollen. Kein Wunder, dass der Anleihekurs abgestürzt ist. Ähnlich verhält es sich bei der e.n.o. energy GmbH, die ebenfalls eine Laufzeitverlängerung ohne Besicherung der Anleihegläubiger anstrebt.

Keine Rechte für Anleihebesitzer

Ein weiterer Punkt, der ein Investment in derartige Anleihen zunehmend unattraktiv macht ist die rechtliche Ausgestaltung. Dies zeigt sich beispielsweise bei der Scholz-Anleihe. So wurde zum einen die Anleihe nach österreichischem Recht aufgelegt. Dies bedeutet am Krisenfall aber, dass die Anleihegläubiger keinen „Gemeinsamen Vertreter“ wählen können, der ihre Interessen vertritt, sondern darauf angewiesen sind, dass der gerichtlich bestellte „Kurator“ ordentlich arbeitet. Zum anderen verlegte die Scholz Holding GmbH kurzerhand ihren Firmensitz nach London, so dass ab sofort die englische Gesetzgebung für die anstehende „Restrukturierung“ maßgeblich wird. Es ist jetzt schon absehbar, dass die Anleihegläubiger nicht viel zu erwarten haben.

„Anleihe-Picking“ angesagt

Aller angeführten schlechten Aspekte zum Trotz gibt es meiner Meinung nach sehr wohl Anleihen, die einen genaueren Blick lohnen. Allerdings bleibt es bei unserer Devise, dass nur ein sehr genauer Blick auf Bilanz und Umfeld eines Unternehmens Aufschlüsse über dessen Solidität geben kann. Und auch dann gilt, dass auch wir vor betrügerischen Machenschaften nicht gefeit sind. Anleihen sollten deshalb jeweils nur einen kleinen Teil des Depots ausmachen!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 16 - 29. Januar 2016

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Ekosem Agrar GmbH
  • German Pellets GmbH
  • MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH
  • Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds
  • Bijou Brigitte AG

Anleihe des Monats:

  • VW International Finance N.V.

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Blut rinnt durch die Börsenstraßen“, so oder so ähnlich könnte man die Entwicklung der weltweiten Kapitalmärkte seit Beginn des Jahres bezeichnen. Der deutsche Leitindex DAX verlor in der Spitze um bis zu 12 %, nicht viel besser sah es bei den „Kollegen“ SDAX, MDAX und TecDAX aus. Auch international gab es ein Gemetzel. Dow Jones, Nikkei und Co. verloren in ähnlichen Dimensionen an Wert, die gute Stimmung, die noch zu Jahresende geherrscht hatte, ist wie weggeblasen.

Ursachenforschung

Viele „Börsenexperten“, die im letzten Jahr noch eine weitere Liquiditätshausse prognostiziert hatten, fanden sich in der neuen Rolle als Crashpropheten schnell zurecht und haben ein ganzes Bündel an Ursachen herausgearbeitet, warum die Märkte jetzt fallen sollen – und das noch viel tiefer als bislang geschehen. So entwickelt sich die Wirtschaft in China weniger dynamisch als erhofft, der fallende Ölpreis macht es vielen Schwellenländern schwer, ihre Staatsschulden zu bedienen, die amerikanische Notenbank hat die Zinsen erhöht, die europäische Flüchtlingskrise weitet sich aus, eine weitere Bankenkrise steht bevor, und so weiter. Diese Argumente sind sicher richtig, doch die meisten dieser Punkte sind ja nicht neu, sondern beschäftigen uns schon seit vielen Monaten. Deshalb sollte man die Argumente der Auguren sorgfältig abwägen und nicht panisch reagieren, denn viele deutsche Unternehmen stehen sehr gut da und beweisen sich zudem als treue Dividendenzahler.

Mittelstandsanleihen brechen ein

Erratische Kursbewegungen – vorwiegend in Richtung Süden – sind seit Jahresanfang bei einigen Mittelstandsanleihen zu verzeichnen. Ich hoffe, dass Sie die von uns in der Vergangenheit ausgesprochenen Warnungen ernst genommen haben und weder bei Scholz, noch bei German Pellets oder Ekosem Agrar investiert sind. In allen Fällen sind die Kurse massiv eingebrochen, dennoch raten wir dringend davor ab, diese Anleihen auch auf dem optisch billigen Niveau zu kaufen. Berichte zu den einzelnen Titeln finden Sie in dieser Ausgabe. Die hier entstandenen Kursverluste sind jedoch aus unserer Sicht nur ein Vorgeschmack auf das, was uns noch bevorsteht. Schon oft haben wir auf die Problematik der anstehenden Anleihe-Refinanzierungen hingewiesen. Mit jedem weiteren Aus- bzw. Skandalfall werden die Anleger noch skeptischer werden und die so dringend benötigten frischen Mittel werden nur wenige Emittenten einwerben können.

Nichts überstürzen

Diese „guten“ Unternehmen herauszufinden wird also immer schwieriger. Dennoch stellen wir Ihnen auch in dieser Ausgabe ein aus unserer Sicht lohnendes Investment vor. Wir hoffen, dass Sie auch in unruhigerem Fahrwasser die Nerven behalten und Anlageentscheidungen gründlich überdenken, dann können Sie auch in unruhigen Zeiten ruhig schlafen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 15 - 18. Dezember 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Golden Gate GmbH
  • SNP Schneider-Neureither & Partner AG
  • Singulus Technologies AG
  • Travel24.com AG

Anleihe des Monats:

  • paragon AG

Anleihe im Fokus:

  • Ekotechnika AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein aufregendes Börsenjahr liegt hinter uns. Neben volatilen Aktienmärkten, die den DAX im Hoch bis auf über 12.000 Punkte führten, gab es auch am Markt für Mittelstandsanleihen viel Bewegung. Die DIU positionierte sich in vielen Fällen und konnte gute Erfolge erzielen.

Die hässliche Seite

Die sicher unerfreulichste Seite unserer Tätigkeit ist die Teilnahme an Gläubigerversammlungen. So haben wir auf den Versammlungen der Golden Gate, Ekotechnika, Singulus, Laurel und Sympatex die Interessen unserer Mitglieder und Stimmrechtsgeber vertreten. Alle genannten Fälle haben gemein, dass es große Probleme bei der Bedienung der jeweiligen Anleihe gibt, der Anleihekurs ist in allen Fällen abgestürzt. Bei der Ekotechnika veröffentlichten wir einen Gegenantrag für die Wahl eines Gemeinsamen Vertreters, der leider nicht erfolgreich war. In Sachen des Betrugsfalls Penell erstatten wir Strafanzeige gegen die Verantwortlichen, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Frühzeitige Warnungen

Damit es für unsere Mitglieder gar nicht erst zum Besuch einer Gläubigerversammlung kommt, stellen wir immer wieder – aus unserer Sicht – problematische Anleiheemittenten vor und warnen vor einem Engagement. Dies hat sich in vielen Fällen, wie beispielsweise der Scholz Holding, der Laurel oder der Ekotechnika ausgezahlt. Glück hatten wir im Fall der Beate Uhse-Anleihe, die wir im Februar zum Kauf empfohlen hatten, dann aber nach dem Bekanntwerden grottenschlechter Halbjahreszahlen im September zum Verkauf stellten. Mittlerweile hat sich der Anleihekurs in etwa halbiert. Das zeigt, dass auch bei Investments in Anleihen eine regelmäßige Überprüfung der Unternehmensqualität unerlässlich ist.

Kein Ausfall bei unseren Empfehlungen

Stolz sind wir auf unsere Empfehlungsliste im Rahmen unserer Rubrik „Anleihe bzw. Investment des Monats“. Alle von uns vorgestellten Gesellschaften entwickeln sich operativ sehr gut, das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit deutlich sinkt. Besondere Freude machen uns hierbei die SNP Schneider Neureither & Partner AG (s. Bericht in dieser Ausgabe) sowie die S&T AG, die beide mit einer Anhebung der Planzahlen glänzen können.

Es bleibt spannend

Auch im kommenden Jahr stehen einige Gläubigerversammlungen auf dem Programm. Heiße Kandidaten sind hierfür German Pellets, Travel 24, einige Modeunternehmen sowie die Ekosem Agrar. Die DIU wird auch diese Herausforderungen im Interesse unserer Mitglieder in Angriff nehmen.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Weihnachtszeit und einen guten Start ins Jahr 2016!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 14 - 26. November 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • S&T AG
  • Singulus Technologies AG
  • Laurèl GmbH

Anleihe des Monats:

  • Bijou Brigitte AG

Anleihe im Fokus:

  • Ekotechnika AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Markt für Mittelstandsanleihen befindet sich in der Krise. Im vergangenen Monat gab es einige Entwicklungen, die zeigen, dass das Anlegerinteresse an hochverzinslichen Anleihen drastisch sinkt, gleichzeitig stehen im kommenden Jahr viele Anleihen zur Rückzahlung oder Refinanzierung an. Sollte sich am derzeitigen Marktumfeld nicht bald etwas ändern, kommen schwierige Zeiten auf Emittenten und Anleger zu.

Neuemissionen scheitern

Ein Anzeichen für einen Markt im Krisenmodus sind zahlreiche Anleiheemissionen, die vollständig oder teilweise scheiterten – und das unabhängig vom Geschäftsmodell und der Bilanzqualität der Unternehmen. So wollte die Peach Property Group AG, ein Investor im Bereich Wohn- und Geschäftsimmobilien, insgesamt bis zu 50 Mio. Euro einsammeln, die unter anderem zur Ablösung einer 2016 fälligen Anleihe dienen sollten. Doch offensichtlich war das Zeichnungsinteresse der Anger so gering, dass die Emission abgesagt wurde. Ebenfalls unbefriedigend verlief die mit einem Umtauschangebot an die bisherigen Anleiheinhaber versehene Emission der Joh. Friedrich Behrens AG, die statt der erhofften 25 Mio. Euro lediglich 15 Mio. Euro vereinnahmen konnte. Auch die German Pellets-Gruppe, bei der wir vor einem Engagement dringend abraten, kämpft um die Refinanzierung einer Altanleihe, schafft es aber bislang nicht, diese vollständig zu stemmen.

Gläubigerversammlungen ohne Resonanz

Neben den wenig erbaulichen Finanzierungserfolgen der Anleiheemittenten kommt aber noch ein weiterer Aspekt hinzu, der die Brisanz des Anleihemarkts aufzeigt. Unternehmen, die aus unterschiedlichen Gründen eine Gläubigerversammlung abhalten, sind auf eine Mindestpräsenz der Anleihegläubiger angewiesen, um die angestrebten Beschlussvorlagen umsetzen zu können. Häufig sind diese Beschlussvorlagen zu Gunsten der Gläubiger formuliert und würden die Gläubiger demnach besserstellen. Doch die Realität der letzten Monate sieht leider immer öfter so aus, dass nicht einmal 25 % der Anleihegläubiger ihr Stimmrecht wahrnehmen. So konnten weder auf der Gläubigerversammlung der Singulus Technologies AG noch auf der Versammlung der Sympatex Holding GmbH weitreichende Beschlüsse gefasst werden – mit drastischen Auswirkungen auf die Kursentwicklung der Anleihe.

Anleiheinhaber in der Pflicht

Für Anleiheinhaber gibt es meines Erachtens nur zwei Möglichkeiten. Entweder man investiert bewusst in die eine oder andere Anleihe und informiert sich dann regelmäßig über die Geschäftsentwicklung des Unternehmens und nimmt im Fall der Fälle aktiv an einer Gläubigerversammlung teil, oder man bleibt dem Markt ganz fern. Was niemandem nutzt ist eine „Kopf-in-den-Sand-Politik“. Als Mitglied der DIU können Sie sich sicher sein: Sie werden regelmäßig über besondere Ereignisse am Anleihemarkt informiert – damit Sie Ihr Investment immer im Auge haben!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 13 - 30. Oktober 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Laurèl
  • Joh. Friedrich Behrens
  • Hapag-Lloyd

Anleihe des Monats:

  • Royalbeach Spielwaren und Sportartikel

Anlegerwarnung:

  • German Pellets

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Dumme an Krediten ist die Tatsache, dass man diese irgendwann zurückzahlen oder verlängern muss. Für die meisten mittelständischen deutschen Unternehmen ist im Fall der Prolongation dann der Weg zur Haubank angesagt, die über eine verlängerte Kreditvergabe entscheidet. Deutsche Großkonzerne haben es meist noch einfacher, sie legen eine neue Anleihe auf und refinanzieren so die auslaufenden Anleihen. Auch im Bereich der Mittelstandsanleihen kommt jetzt die erste große Refinanzierungswelle auf uns zu.

5 Jahre sind vorbei

Grund dafür ist die Tatsache, dass eine große Zahl von sogenannten „Mittelstandsanleihen“ im Anleiheboom 2012 aufgelegt wurde. Erinnern Sie sich: Die Marktzinsen tendierten schon stark gen Süden, hochverzinsliche Mittelstandsanleihen versprachen eine attraktive Anlagemöglichkeit mit überschaubarem Risiko, Ausfälle gab es noch keine. Mittlerweile hat sich das Bild geändert. Finanzschwache Unternehmen, die rein gar nichts mit dem Begriff des „Deutschen Mittelstands“ zu tun haben sowie diverse Betrugsfälle prägen das Bild des Marktsegments Mittelstandsanleihen, zahlreiche Emittenten sind bereits ausgefallen. Dumm für die Unternehmen, die gerade jetzt eine Refinanzierung suchen.

Kein Marktrevival

Wenn man es als Unternehmenslenker richtig angehen will, muss man sich mindestens ein halbes Jahr vor Kreditfälligkeit um eine Anschlussfinanzierung bemühen. Deshalb – und nur deshalb – erscheint es derzeit so, dass der Markt für Mittelstandsanleihen ein kleines Revival erleben könnte. So haben mit der Joh. Friedrich Behrens AG, der Royalbeach Spielwaren und Sportartikel Vertriebs GmbH und der Peach Property Group jüngst drei Emittenten angekündigt, eine neue Anleihe begeben zu wollen um die nächstes Jahr fällig werdende Altanleihe bedienen zu können.

Gute und schlechte Fälle

Doch die Chancen für eine gelungene Refinanzierung sind aus unserer Sicht unterschiedlich. Behrens beispielsweise will bis zu 25 Mio. Euro einsammeln, um eine im März 2016 fällige 30-Mio.-Euro-Anleihe abzulösen. Doch die Bilanzkennzahlen der Gesellschaft sind bestenfalls durchschnittlich, die Finanzierungsbanken dürften eine erfolgreiche Anleiheplatzierung von einem weiteren Engagement abhängig machen. Dabei sind die Banken als Kreditgeber besichert, die Anleihegläubiger nicht. Besser stehen die Chancen für Royalbeach. Hier handelt es sich um ein wachstumsstarkes Unternehmen mit nachhaltig positivem Konzernergebnis. Wir stellen Ihnen diese Anleihe in der heutigen Ausgabe vor. Inwieweit es Peach Property gelingt, wieder Anleiheinvestoren zu begeistern, bleibt abzuwarten. Bislang sind noch keine näheren Konditionen der Anleihe bekannt.

DIU bleibt am Ball

Eines steht aus unserer Sicht aber fest. Die drei vorgenannten Gesellschaften sind die Vorreiter für viele weitere Refinanzierungsanleihen. Es wird deshalb spannend sein zu beobachten, inwieweit es den Unternehmen gelingt, alte und neue Geldgeber von sich zu überzeugen. Wir werden Sie auch künftig über laufende „Re-Emissionen“ informieren.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 12 - 29. September 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Beate Uhse
  • Singulus Technologies
  • Sympatex Holding

Anleihe des Monats:

  • Deutscher Mittelstandsanleihen Fonds

Anlegerwarnung:

  • Scholz Holding

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein bewegter Börsenmonat liegt hinter uns. Der DAX hat im September bislang knapp 8 % eingebüßt, einzelne Werte noch viel mehr. Auch die internationalen Börsen lassen durch die Bank Federn, alles in allem war der September 2015 ein Monat zum Vergessen. Doch nach jedem Tal kommt auch wieder ein Hoch, die Gretchenfrage ist nur wann…

Meldungen machen Kurse

In Deutschland sorgen spektakuläre Meldungen für fallende Aktienmärkte. Waren es zunächst die Energieversorger E.ON und RWE, die auf Grund ihrer möglicherweise viel zu geringen Rückstellungen in die Knie gingen, überlagert seit einer guten Woche der VW-Skandal die Stimmung an den Märkten. Kein Wunder, zeigt die aufgedeckte Manipulation doch eindeutig, dass man aber auch wirklich Niemandem Vertrauen schenken kann – eine für mich erschreckende Erkenntnis. Wenn schon Deutschlands bisheriges Vorzeigeunternehmen Nummer Eins lügt und betrügt, wie sieht es dann erst hinter den Kulissen der anderen DAX-Werte aus? Und warum werden sämtliche Skandale der letzten Jahre (Deutsche Bank, Fifa, VW, um nur einige zu nennen) von US-amerikanischen Behörden aufgedeckt und verfolgt, nie aber von deutschen Behörden? Gibt es möglicherweise ein Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Justiz? Auszuschließen ist das meines Erachtens leider nicht mehr.

Weitere Störfeuer

Neben den katastrophalen Unternehmensmeldungen hierzulande gibt es derzeit noch einer Reihe weiterer Faktoren, die den Aktienmarkt belasten. So darf man nicht darüber hinwegsehen, dass die Zahl der weltweit flüchtenden Menschen stetig steigt. Das führt sogar dazu, dass sich Russlands Präsident Putin höchstselbst zur UN-Vollversammlung begibt und eine Rede zum Thema Syrien hält. Es ist zwar positiv, dass die Führer der beiden Weltmächte USA und Russland wieder miteinander statt übereinander reden, doch es zeigt auch, wie prekär die weltpolitische Situation derzeit ist. Daneben geht die Diskussion um eine Zinsanhebung in den USA in die nächste Runde und verunsichert die Märkte weiter.

Wann kehrt Ruhe ein?

Historisch betrachtet sind die Monate September und Oktober keine guten Börsenmonate und so kann es durchaus sein, dass die Talfahrt noch ein bisschen anhält. Auch die charttechnischen Signale deuten darauf hin, dass ein weiterer Kursrutsch im DAX um 1.000 Punkte bevorstehen könnte. Für langfristig orientierte Anleger aber besteht trotzdem kein Grund zur Panik. Die meisten deutschen Konzerne sind gesund und stehen blendend da. Ein Dabeibleiben in den Aktieninvestments sollte sich also lohnen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 11 - 21. August 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Laurèl
  • Lang & Schwarz
  • Bastei Lübbe
  • Ekotechnika
  • MS Deutschland

Anlegerwarnung:

  • Karlie Group

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

in unserer Februarausgabe habe ich prognostiziert, dass es in diesem Jahr mehr als 10 Unternehmen geben wird, die eine Mittelstandsanleihe platziert haben, und diese nicht mehr zurückzahlen können. Konsequenz wäre immer die Einberufung einer Gläubigerversammlung, die entweder über eine Änderung der Anleihebedingungen entscheidet oder im schlimmsten Fall eine Insolvenz des Unternehmens.

Bislang nicht viel passiert

Bis dato sieht es aber so aus, dass ich viel zu pessimistisch in meiner Einschätzung war. Mit Penell, Tophedge und Ekotechnika mussten bislang „nur“ drei Emittenten die Anleihegläubiger schockieren. Doch die Ruhe trügt. Jetzt stehen bald die Zins- und Tilgungszahlungen einiger Emittenten bevor, bei denen eine Restrukturierung unerlässlich scheint.

Mit Laurèl geht´s los

Erster aktueller Notfall ist das Modeunternehmen Laurèl, das für den 31. August eine Gläubigerversammlung einberufen hat. Das Unternehmen bittet seine Anleihegläubiger um die Verlängerung der Laufzeit und eine Reduzierung der Zinsen. Dass die DIU auf dieser Versammlung vor Ort sein wird, ist selbstverständlich. Weitere Informationen zu diesem Fall finden Sie in dieser Ausgabe.

Kandidatenliste wächst

Doch damit nicht genug. Anfang der Woche meldete die MAG IAS GmbH, die immerhin 50 Mio. Euro Anleihevolumen emittiert hat, dass die Firma übernommen wurde und die Möglichkeit einer Verlängerung der im Februar 2016 fälligen Anleihe geprüft werde. Termin für eine dann nötige Gläubigerversammlung wäre in jedem Fall noch in diesem Jahr. Die Rene Lezard GmbH muss für ihre Anleihe am 26. November über eine Million Euro Zinsen bezahlen. Wir bezweifeln, dass das Unternehmen dazu in der Lage ist und gehen davon aus, dass sich auch hier bald die Anleihegläubiger persönlich treffen. Nicht zu unterschätzen ist auch Air Berlin. Hier werden am 10. November 150 Mio. Euro fällig, da eine der zahlreichen Anleihen ausläuft. Man darf gespannt sein, ob die Refinanzierung klappt oder auch hier die Anleihegläubiger bluten müssen.

DIU bleibt am Ball

Bei einem können Sie aber sicher sein. Die DIU wird das Geschehen aufmerksam verfolgen und die Interessen der Anleihegläubiger vertreten. Wie gewohnt werden wir Sie im Rahmen dieser Publikation auf dem Laufenden halten!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 10 - 30. Juli 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • posterXXL
  • Penell
  • Ekotechnika

Anleihe des Monats:

  • Ferratum

Anlegerwarnung:

  • Laurèl

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Kapitalbeschaffung an den Finanzmärkten mittels Aktien- oder Anleiheemission wird schwieriger – zumindest erscheint dies auf den ersten Blick so. So wollte die Parkstadt Center S.A. mindestens 27,5 Mio. Euro über den Weg einer Mittelstandsanleihe hereinholen, die German Startups Group AG hatte bis zu 80 Mio. Euro im Visier, die mittels einer Aktienplatzierung akquiriert werden sollten. Doch beide Emissionen scheiterten und wurden kurzerhand abgesagt.

Schlechte Kapitalmarktbedingungen?

Die Begründungen für den Rückzug dürften ähnlich sein. So ist die Rede von einem „fragilen Kapitalmarktumfeld“ (German Startups Group), bei der Parkstadt Center wurde lapidar mitgeteilt, dass das Mindestzeichnungsvolumen nicht erreicht wurde und somit die Anleiheemission im Rahmen des öffentlichen Angebotes nicht umgesetzt werden könne. Schuld dürfte aus Sicht der Initiatoren aber ebenfalls die Kapitalmarktverfassung sein.

Privatanleger bleiben fern

Was beide Emissionen eint, war die Zielgruppe für das Angebot. So platzierte Parkstadt Center Werbung auf vielen Internetportalen, die eine hohe Besucherrate aufweisen und sich primär an Privatanleger richten. Bei der German Startups Group zeigt allein schon der aufgerufene Emissionspreis von etwa 3 Euro, dass auch – oder vorwiegend – private Investoren gewonnen werden sollten. Doch diese spielten offensichtlich nicht mit und zeigten die kalte Schulter.

Es geht auch anders

Doch es gibt auch jetzt viele erfolgreiche Emissionen, gerade im Bereich der Unternehmensanleihen. Der Unterschied zu den vorgenannten Ausfällen liegt darin, dass vorwiegend institutionelle Anleger adressiert werden und Privatanleger oft gar nicht mitbekommen, dass eine neue Anleihe platziert wird. So hat die Ferratum Bank, eine Tochtergesellschaft der im SDAX notierten Ferratum Group, jüngst ganz geräuschlos eine 20 Mio. Euro schwere Anleihe mit einer Verzinsung von 4,9 % und einer Laufzeit von zwei Jahren emittiert. Auch Europcar war jüngst aktiv und hat immerhin 475 Mio. Euro bei institutionellen Anlegern einsammeln können.

Augen auf bleibt Trumpf

Es gibt also durchaus attraktive Anleiheangebote, insbesondere von Unternehmen die es nicht nötig haben, Privatanleger mit vermeintlich renditeträchtigen Anlagen zu umwerben. Diese gilt es herauszufinden!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 9 - 26. Juni 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Wienerberger
  • Sympatex Holding

Anlegerwarnung:

  • René LEZARD Mode

Anleihe im Fokus:

  • Singulus Technologies

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einer drastischen Gewinnwarnung schockte die im MDAX notierte Gerry Weber AG Anfang des Monats seine Aktionäre. So meldete das Unternehmen, dass der Vorstand nicht mehr von der Erreichung der Anfang des Jahres 2015 gesetzten Ziele ausgeht. So soll zwar ein Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich herausspringen, das Ergebnis wird aber 20 -25 % unterhalb des Vorjahresniveaus liegen. Die Gerry Weber-Aktie stürzte darauf hin um ein Drittel ab.

„Schwieriges Marktumfeld“

Ursache für die herbe Enttäuschung ist das „derzeitig schwierige Marktumfeld“, wie Gerry Weber weiter meldet. Neben saisonal ungünstigen Wetterbedingungen sowie niedriger Kundenfrequenzen in den Innenstädten und Geschäften wirkt sich auch das Konsumverhalten der Verbraucher negativ auf die Geschäftsentwicklung aus, da diese laut einer GfK-Studie derzeit Ausgaben in höherpreisige Güter wie z. B. Autos, Möbel oder Investments in Immobilien bevorzugen würden.

Wenn der Platzhirsch hustet….

So unerfreulich die Lage für die Gerry Weber-Aktionäre derzeit auch ist, darf nicht übersehen werden, dass das Unternehmen einer der großen Player der Modebranche ist und gutes Geld verdient – eine wie auch immer geartete Insolvenzgefahr ist nicht ersichtlich. Doch das trifft nicht auf viele kleinere Gesellschaften zu, die ebenfalls in der Modebranche unterwegs sind. Diese werden nämlich auch von den ungünstigen Rahmenbedingungen tangiert, können eine Konjunkturdelle aber nicht so licht weg stecken wie der „Platzhirsch“ Gerry Weber. Bereits in der Vergangenheit mussten deshalb einige Emittenten von Mittelstandsanleihen den Anleiheinhabern die schlechte Botschaft überbringen, dass an eine Rückzahlung nicht zu denken ist. Der Strenesse AG gelang es zumindest, die Anleihelaufzeit zu verlängern und absehbare Probleme in die Zukunft zu verschieben, bei Rena Lange ist mittlerweile alles zu spät, die Gesellschaft befindet sich in Liquidation.

….. kommen andere unter die Räder

Doch in absehbarer Zukunft dürften noch einige andere Modeanbieter, die eine Mittelstandsanleihe begeben haben, SOS-Signale senden. So wackeln beispielsweise die Rene Lezard Mode GmbH (s. Bericht in dieser Ausgabe) und die More & More AG, vor der wir schon länger warnen, bedenklich. Dies ist vor allem am Anleihekurs zu erkennen, der in beiden Fällen deutlich unter der 50-%-Marke verharrt. Nachhaltige Wettbewerbschancen billige ich diesen Unternehmen nur zu, wenn sich das Marktumfeld deutlich verbessert – doch danach schaut es eben derzeit gar nicht aus.

Finger weg von Modeanleihen

Aus diesem Grund raten wir Anlegern grundsätzlich, einen großen Bogen um Mittelstandsanleihen zu machen, die von Modefirmen emittiert wurden. Viel zu groß sind die Unsicherheiten - viel zu niedrig die Chancen.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union


PDF icon DIU-Report Nr. 8 - 28. Mai 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Ekotechnika
  • MS Deutschland
  • Golden Gate
  • SNP

Investment des Monats:

  • Lang & Schwarz

Anlegerwarnung:

  • Travel24.com

Rechtssprechung Aktuell:

  • "Clean Technologies"
  • Marketing Terminal

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Börse Stuttgart ist einer der führenden deutschen Handelsplätze für Unternehmensanleihen. Jetzt meldet sich die Börse zu Wort und kritisiert, dass eine Prospektpflicht bei Unternehmensanleihen erst bei Stückelungen von weniger als 100.000 Euro besteht und deshalb in den vergangenen Jahren immer mehr Unternehmen neue Anleihen mit einer Stückelung von 100.000 Euro oder mehr herausgaben. So wiesen einer Studie zu Folge im Jahr 2014 nur 171 von insgesamt 770, also 21 %, der in der Eurozone emittierten Corporate Bonds eine Stückelung von unter 100.000 Euro auf, während es im Jahr 2010 noch 88 % waren.

Nur die Großen kommen zum Zug…

Hauptkritikpunkt der Stuttgarter Börse ist, dass durch die aktuelle Regelung Privatanlegern der Zugang zu einer Vielzahl von Wertpapieren verwehrt werde, denn eine Mindestanlagesumme von 100.000 Euro ist für diese in der Regel gar nicht darstellbar, da sich eine angemessene Diversifizierung erst bei Depots in Millionenhöhe umsetzen lassen würde. Zudem befeuere die hohe Schwelle für die Prospektpflicht auch die sich weiter zuspitzende Liquiditätssituation am Anleihenmarkt. Da Privatanleger an der Börse immer weniger Anleihen mit einer Stückelung unter 100.000 Euro handeln können, würden sich noch mehr Preisfeststellungen in den außerbörslichen Bereich verschieben, was Intransparenz und Ungleichheit zu Folge hätte. Tatsächlich werden Anleihen mit einer Mindeststückelung von 100.000 Euro so gut wie nie beworben sondern in einem – meist institutionellen Anlegern vorbehaltenen – Bieterverfahren an den Mann gebracht.

…und das ist (oft) auch gut so

Die Frage ist jedoch, ob mit dieser Vorgehensweise Privatanleger tatsächlich benachteiligt werden. Es könnte auf den ersten Blick der Eindruck entstehen, dass nur „schlechte“ Emissionen auch in kleinen Stückelungen angeboten werden und die „guten“ Anleihen den Profis vorbehalten sind. Doch diese Vermutung ist falsch. Eine ganze Reihe von Emissionen mit hoher Mindeststückelung ist schon ausgefallen oder vom Ausfall bedroht. So hat der Textilhändler Takko Anleihen im Volumen von mehr als einer halben Milliarde Euro ausstehen, die sich in rasantem Tempo der Nulllinie nähern, der Waffenhersteller Heckler & Koch leidet bekanntermaßen – Stichwort „G36“ – an riesigen Vertrauensproblemen und einer 295 Mio. Euro schweren Anleihe, bei der die Rückzahlung ebenfalls unsicher erscheint. Ein Glück also für Privatanleger, dass sie von derartigen Emissionen gar nicht erst etwas mitbekommen haben.

Auswahl bleibt Trumpf

Letztlich hat die Qualität einer Anleihe eben nichts mit der Stückelung zu tun. Wir werden Sie weiterhin über aus unserer Sicht chancenreiche Anleihen informieren. Dabei können Sie sicher sein: Takko oder Heckler & Koch sind nicht dabei!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union



pdf-icon DIU-Report Nr. 7 - 30. April 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Ekotechnika
  • MS Deutschland
  • Bastei Lübbe

Anleihe des Monats:

  • SeniVita Sozial

Anlegerwarnung:

  • Ekosem-Agrar
  • Expert Plus

Rechtssprechung Aktuell:

  • Canada Gold Trust

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Tamtam wurde in den letzten Wochen versucht, drei Emissionen am Anleihemarkt unterzubringen. Sowohl die Apassionata Entertainment GmbH, die 30 Mio. Euro bei Anlegern einsammeln wollte, scheiterte, als auch die Deutsche Real Estate Funds, die um satte 80 Mio. Euro bei Anlegern warb. Lediglich die Enterprise Holdings Ltd. konnte neues Anlegergeld einwerben allerdings weit weniger als erhofft, nämlich 19,3 Mio. Euro statt 85 Mio. Euro.

„Marktumfeld ist schuld"

Unisono geben die Emittenten dem „aktuellen Marktumfeld" die Schuld an ihrem Scheitern. So sei die Nachfrage von institutionellen Anlegern zu gering gewesen, heißt es bei Apassionata, bei der Deutschen Real Estate Funds hätte es zwar Rückmeldungen großer institutioneller Investoren gegeben, und es wären auch „Zeichnungsaufträge für einen signifikanten Teil des geplanten Volumens" vorhanden gewesen, aber einige Investoren hätten sich einen längeren Vorlauf gewünscht. Auch bei der Enterprise Holdings waren es offiziellen Angaben zufolge „aktuell herrschende, schwierige Marktverhältnisse im Segment der Mittelstandsanleihen", die zu dem schlechten Platzierungsergebnis geführt hätten.

Renditen dringend gesucht

Doch das Marktumfeld kann nicht schuld sein. Händeringend suchen derzeit private und institutionelle Anleger nach renditeträchtigen Anlageformen, da würde vielen eine hochverzinsliche Anleihe gerade recht kommen. Der Grund für das Scheitern der jüngsten Anleiheemissionen muss also definitiv woanders zu finden sein.

Ursachenforschung

Aus meiner Sicht ist die Antwort einfach. Die Anleger sind einfach nicht mehr bereit, kritiklos jeden intransparenten Schrott zu kaufen, der noch dazu nicht oder nur unzureichend besichert ist. So hätten im Fall der Apassionata-Anleihe die Anleger das volle unternehmerische Risiko getragen, ohne im Fall eines Scheiterns abgesichert zu sein. Die Enterprise Holdings hat ihren Firmensitz gleich in Gibraltar, so dass im Fall der Fälle eine Geltendmachung von Ansprüchen fast unmöglich gemacht wäre. Und obwohl man es ja auf deutsche Anleger abzielt, halten es die Verantwortlichen der Enterprise Holdings nicht für nötig, einen Prospekt in deutscher Sprache zu veröffentlichen – lediglich eine deutsche Zusammenfassung der wesentlichen Punkte ist erhältlich. So schafft man kein Vertrauen.

Qualität bleibt rar

So bleibt es bei den bisher emittierten Anleihen, von denen meiner Schätzung nach mindestens die Hälfte ausfallen wird. Denn neben genügend Unternehmen, die eh schon sehr schwach auf der Brust sind dürfte es meines Erachtens auch für einigermaßen solide Werte zunehmend schwierig werden, die Anleihe bei Fälligkeit zu refinanzieren. Dies gilt natürlich nicht für die wenigen „guten" Unternehmen bei deren Auswahl wir hoffentlich ein glückliches Händchen haben!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union



pdf-icon DIU-Report Nr. 6 - 24. März 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • posterXXL
  • Penell GmbH
  • Ekotechnika

Anleihe des Monats

  • SNP Schneider-Neureither & Partner AG

DIU-TIPP

  • Bastei Lübbe AG

Rechtssprechung aktuell

  • BWF Stiftung

DIU Intern

  • Einladung zur Mitgliederversammlung

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

trotz umfangreicher Gesetzesvorschriften zum Thema „Anleihe“ stellt sich zunehmend heraus, dass die Inhaber von Anleihen, die in Not geraten, so gut wie keine echten Rechte genießen. Dieser mehr als unbefriedigende Zustand dürfte ein Grund dafür sein, dass die Emissionstätigkeit bei sogenannten Mittelstandsanleihen quasi zum Erliegen gekommen ist.

Penell macht´s vor

Anleger, die auf die Versprechungen des Geschäftsführers der Penell GmbH, Kurt Penell, vertraut haben, mussten bis dato herbe Verluste einstecken. Die im Verlauf des letzten Jahres platzierte Anleihe ist mit der Insolvenz der Gesellschaft in die Tiefe gerauscht und hat heute nur noch einen besseren Erinnerungswert. Doch wer geglaubt hat, dass er im Rahmen einer Gläubigerversammlung einen Gemeinsamen Vertreter für die Anleiheinhaber wählen darf, sieht sich getäuscht. Das Schulverschreibungsgesetz (SchVG) sieht nämlich vor, dass es Emittenten erlaubt ist, bereits im Wertpapierprospekt einen Gemeinsamen Vertreter zu benennen. Im Fall der Penell GmbH war dies die „One Square Advisory Services GmbH“, die quasi bei jeder Anleiheemission entweder auf Gläubiger- oder Unternehmensseite Präsenz zeigt.

Weitergehende Benachteiligungen

Darüber hinaus erlaubt es das juristische Machwerk SchVG, dass Gläubigerversammlungen nicht mehr als Präsenzversammlung abgehalten werden müssen, sondern im Wege einer „Abstimmung ohne Versammlung“ durchgezogen werden können. Dies bedeutet, dass Anleger von notleidenden Anleihen sich nicht mehr – wie es der Anstand gebieten würde – ein Bild von der Unternehmenssituation im Rahmen einer Präsenzversammlung machen und im Rahmen dieser Versammlung auch Fragen an die Verantwortlichen richten können, sondern wie lästiges Stimmvieh ihre Abstimmung per Brief bzw. Mail vornehmen müssen.

Hintergedanken

Stellt sich die Frage, wer auf die Idee kommt, derart anlegerfeindliche Gesetze auf den Weg zu bringen. Die Antwort ist einfach: Unsere Politiker sind mehrheitlich inkompetent, was Fragen zum Thema Anlegerschutz bzw. Kapitalanlagen betrifft und mandatieren deshalb gerne Großkanzleien zur Ausarbeitung von Gesetzesentwürfen. Gerade diese Kanzleien haben jedoch nicht den Kleinanleger im Sinn, da sie in der Regel auch nicht von diesem mandatiert werden. Heraus kommen dann eben Gesetze, die vorwiegend den Emittenten nutzen, nicht aber den Privatanlegern.

Reformen nötig

Langfristig könnte der Schuss aber nach hinten losgehen. Investoren werden es nämlich auf Dauer nicht hinnehmen, wenn sie ihrer Rechte derart beschnitten werden und werden sich aus dem Markt für Mittelstandsanleihen zurückziehen. Einzig und allein einige Reformen zur Stärkung des Anlegerschutzes können dies verhindern!

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union



pdf-icon DIU-Report Nr. 5 - 27. Februar 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Golden Gate
  • Penell
  • MS ‚Deutschland‘ 

Anleihe im Blick

  • Rickmers Holding GmbH & Cie. KG

Anleihe des Monats

  • Beate Uhse

Rechtssprechung aktuell

  • Geschlossene Fondsbeteiligungen
  • Trend Capital AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe es letztes Jahr prognostiziert und wiederhole es noch einmal: 2015 wird es weit mehr als 10 Unternehmen geben, die sogenannte „Mittelstandsanleihen“ platziert haben und diese nicht mehr zurückzahlen können. Bislang liege ich mit meiner Einschätzung goldrichtig, in den ersten zwei Monaten des Jahres haben bereits zwei Emittenten die Segel gestrichen.

Penell und Tophedge pleite

Auch wenn es eher kleinere Emissionen sind, die Anfang des Jahres ihre Anleger mit einer Insolvenzmeldung schockierten, stehen diese beiden Emissionen doch exemplarisch für einen Großteil der börsennotierten Mittelstandsanleihen. Bei Penell deutet vieles darauf hin, dass Anleger vorsätzlich getäuscht wurden, die DIU hat deshalb auch Strafanzeige erstattet (s. Bericht in dieser Ausgabe). Doch auch bei MS Deutschland, getgoods oder HKW wurden die Anleger offensichtlich hinters Licht geführt, in den meisten Fällen ermittelt längst die Staatsanwaltschaft. Bei Tophedge sieht es so aus, als ob die Initiatoren einfach unfähig waren. Versprochen wurde den Anleihekäufern, auf das „verwaltete eigene Vermögen bei begrenztem Risiko eine möglichst hohe Rendite zu erzielen“. Tatsächlich wurde das Anlegergeld in unbekannte Nebenwerte gesteckt, die mittlerweile zum Teil ebenfalls insolvent sind. Unfähige Manager, deren Anleihe nicht zurückbezahlt werden konnte, finden sich zuhauf. Denken Sie nur an Rena Lange oder Golden Gate. In beiden Fällen waren Geschäftsführer am Werk, die neben ausreichend Dilettantismus auch noch genug Chuzpe mitbrachten, um die Anleger zu blenden.

Wer kommt als Nächstes?

Es ist schwer vorauszusagen, welcher Anleihe als nächstes die Luft ausgeht. Eine Indikation ist mit Sicherheit der derzeitige Anleihekurs. Dabei gilt, dass jede Anleihe mit einem Kurs unter 90 % sehr genau angeschaut werden muss, im Zweifel sollte man lieber die Finger vor einem derartigen Engagement lassen. Doch allein der Kurs reicht als Indikator nicht aus, um die Qualität einer Anleihe beurteilen zu können, wie die Vergangenheit oft bewiesen hat. Bilanzkennzahlen, Umsatzentwicklung und Unternehmensrating sind nur einige zusätzliche Informationen zur Beurteilung.

DIU-Empfehlungen sind gut recherchiert

Bei Einem können Sie sicher sein: Wir prüfen Unternehmen, deren Anleihen wir zum Kauf empfehlen sehr genau. Zwar sind auch wir vor betrügerischen Machenschaften nicht gefeit, doch unter der Voraussetzung, dass die veröffentlichten Unternehmenszahlen stimmen, sehen wir eine Ausfallwahrscheinlichkeit als sehr gering an.

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union



pdf-icon DIU-Report Nr. 4 - 30. Januar 2015

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • Rena Lange Holding GmbH
  • MS ‚Deutschland‘ Beteiligungsgesellschaft mbH
  • Golden Gate GmbH

Aktuelle Anlegerwarnung:

  • Oil & Gas Invest (OGI AG)

Anleihe des Monats:

  • poster XXL

Anleihe im Blick:

  • eterna Mode Holding GmbH

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ist eine Call-Option wünschenswert?

Bei der Kapitalbeschaffung hat ein Unternehmen grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder es generiert Eigenkapital oder Fremdkapital. Da Eigenkapital in aller Regel erhebliche Mitspracherechte der Kapitalgeber mit sich bringt, weichen viele Unternehmer gerne auf das verzinsliche Fremdkapital aus und platzieren eine Anleihe.

Zinsversprechen gegen Geld

Die Funktionsweise einer Anleiheemission ist einfach: Anleger vertrauen dem Unternehmen zeitlich befristet einen Geldbetrag an, der regelmäßig zu verzinsen ist und am Tag der Fälligkeit der Anleihe zurückbezahlt werden muss. Der Anleger hat also ein Zinsversprechen des Unternehmens und verzichtet im Gegenzug auf Mitspracherechte bei unternehmerischen Entscheidungen. Soweit so gut. Allerdings hat diese Aussage leider oft nur in der Theorie Gültigkeit.

Anleihebedingungen geben Aufschluss

Anleger müssten sich also eigentlich darauf verlassen können, dass eine hochverzinsliche Mittelstandsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit auch erst nach fünf Jahren zurückbezahlt wird. Doch viele Emittenten haben in den Anleihebedingungen eine Hintertür eingebaut, eine sogenannte „Call-Option“. Diese Call-Option besagt, dass der Emittent die Anleihe auch schon vor dem Ende der Laufzeit zurückzahlen darf, beispielsweise nach drei Jahren anstelle von fünf Jahren, und das zu einem bereits bei der Emission definierten Kurs.

Deutsche Rohstoff AG macht es vor

Das beste Beispiel für eine derartige Call-Option bietet die Deutsche Rohstoff AG, die im Juli 2013 eine mit 8 % verzinsliche Anleihe mit einer Laufzeit von 5 Jahren platzieren konnte. Die Mittel sollten zur Weiterentwicklung eines Minenprojekts verwendet werden. Erfreulicherweise konnte diese Mine mittlerweile zu einem hohen Preis veräußert werden, so dass das unternehmerische Risiko, das die Anleihegläubiger finanzierten, belohnt wurde. Jetzt kündigt die Deutsche Rohstoff AG den Rückkauf eigener Anleihen an mit dem Verweis, die eigentliche bis 2018 laufende Anleihe bereits im Juli 2016 zu einem Kurs von 103 % zurückkaufen zu können.

Risiko ja – Erfolg nein

Auch wenn einige Medien eine vorzeitige Anleihe- Rückzahlung als Erfolg feiern, halte ich derartige Regeln für sehr fragwürdig. Der Anleger trägt nämlich mit seinem Investment die Risiken der unternehmerischen Entwicklung voll mit, wird aber im Erfolgsfall vorzeitig um seinen Ertrag gebracht. Anleger sollten vor einer Investitionsentscheidung die Anleihebedingungen gründlich lesen!

Bleiben Sie uns gewogen,

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union



pdf-icon DIU-Report Nr. 3 - 19. Dezember 2014

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • MS ‚Deutschland‘
  • Golden Gate

Anleihe im Blick:

  • Penell GmbH

Bilanzanalyse

  • Die Position Anlagevermögen am Beispiel MS 'Deutschland' und Teak Holz International

Anleihe des Monats:

  • Hapag-Lloyd AG

Rechtsprechung aktuell:

  • Garantiehebelplan 08
  • Marketing Terminal GmbH

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

von wegen „vorweihnachtliche Ruhe“ am Anleihemarkt. In den vergangenen Wochen jagte eine schlechte Meldung die nächste. Zunächst verkündete die Penell GmbH, die erst Anfang Oktober 2014 ihre 5-Mio.-Euro-Anleihe voll platziert hatte, dass die Sicherheiten für die Anleihe nicht dem im Prospekt angegebene Wert entsprechen würden und deshalb eine Gläubigerversammlung einberufen werden soll, danach zog die SAG Motion GmbH die Pläne zur Begebung einer Anleihe im letzten Moment zurück. Der Hersteller von Kraftstofftanks für schwere Nutzfahrzeuge begründete diesen Schritt mit den derzeit volatilen Verhältnissen an den Anleihemärkten und speziell mit der negativen Nachrichtenlage am Markt für Mittelstandsanleihen. Letztlich dürften sich aber einfach trotz massiver Werbemaßnahmen nicht genug Anleger bereitgefunden haben, die Anleihe zu zeichnen. Am Freitag kam dann die Meldung, dass die MIFA AG gerettet sei, da ein Investor, die Unternehmerfamilie Nathusius, nach erfolgter Zustimmung des Gläubigerausschusses sämtliche Wirtschaftsgüter der MIFA im Rahmen eines „Asset Deals“ erworben habe. Was sich zunächst gut anhört, dürfte für die Anleiheinhaber aber eher traurig sein. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass eine nennenswerte Quote an die Anleger zurückfließt.

Doch die schlechten Meldungen werden nicht so schnell abreißen. Zum einen stehen im kommenden Jahr einige große Anleihen zur Refinanzierung an, wobei es in keinem Fall schon sicher ist, dass die Emittenten genug frisches Geld auftreiben können, um ihre Anleiheschulden planmäßig zurückzuführen, zum anderen werden wir auch im kommenden Jahr die eine oder andere Unternehmenspleite erleben, die dann schnurstracks in eine Gläubigerversammlung mündet – einhergehend mit massiven Kursverlusten in der Anleihe.

Doch es gibt auch Anleiheemittenten, bei denen sich ein zweiter Blick lohnt. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen eine Anleihe der Hamburger Hapag Lloyd AG vor, bei der aus unserer Sicht das Chance-Risiko-Verhältnis stimmt. Doch trotz ansprechender Kennzahlen gibt es auch hier ein kleines Problem: Die Mindeststückelung der Anleihe beträgt 100.000 Euro! Somit eignet sich das Papier nur für sehr vermögende Anleger, die nach 1dem Erwerb immer noch eine Risikodiversifizierung darstellen können.

Ich wünsche Ihnen eine schöne und friedliche Weihnachtszeit und hoffe, dass sich alle Wünsche, die Sie sich für das neue Jahr erbeten, in Erfüllung gehen! Bleiben Sie uns gewogen,

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union



pdf-icon DIU-Report Nr. 2 - November 2014

 

Inhalt

Editorial

Aktuelle Fälle:

  • MS ‚Deutschland‘
  • Maritim Offshore Anleihe II
  • Rena Lange Holding
  • Golden Gate

Anleihe im Blick:

  • Sympatex Holding GmbH

Anleihe des Monats:

  • Wienerberger AG

Rechtsprechung aktuell:

  • Falsche Widerrufsbelehrung bei Kreditverträgen
  • FlexLife Capital AG

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

fast ungläubig schaue ich mir den Kurs so mancher Mittelstandsanleihe an und denke mir – das gibt’s doch nicht! Trotz negativer Meldungen und einer oft verheerenden Bilanzsituation notieren viele dieser „Mittelstandsperlen“ noch nahe an der 100-%-Marke oder doch zumindest deutlich über 50 %. Das zeigt mir, dass der Markt die Risiken, die in vielen Anleihen stecken, nicht oder nur marginal einpreist und das, obwohl in den letzten Monaten doch einige Schieflagen bekannt wurden. Letzte Woche meldete beispielsweise die Rickmers Holding, die eine 250 Mio. Euro schwere Mittelstandsanleihe begeben hat, dass die Ratingagentur Creditreform das Unternehmensrating auf „CCC“ heruntergestuft hat. Ausweislich der Creditreform-Homepage bedeutet dieses Rating: „Kaum ausreichende Bonität, hohes bis sehr hohes Insolvenzrisiko“. Soweit so schlecht. Meine Frage aber an Sie: Würden Sie eine Anleihe kaufen, die über ein derartiges Rating verfügt? Ich hoffe, nein. Doch genau im Fall der Rickmers-Anleihe zeigt sich, wie naiv viele Anleger auf das Warnsignal Ratinganpassung reagieren. Der Anleihekurs ist gefallen, von 100 % auf 90 % - mehr nicht!

Ein ganz ähnliches Bild bietet sich Anlegern, die die Anleihe der Sympatex Holding GmbH im Depot haben. Die kürzlich vorgelegten Halbjahreszahlen der Gesellschaft sind ernüchtern, mehr als die Hälfte des Stammkapitals ist aufgezehrt, zudem schiebt Sympatex einen Bilanzverlust von sage und schreibe 52 Mio. Euro vor sich her. Warum sich ein Ausstieg aus diesem Papier aufdrängt, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Doch es gibt auch Anleihen, bei denen ein Einstieg lohnenswert erscheint. Die Suche nach echten Qualitätstiteln mit einer risikoadäquaten Verzinsung gestaltet sich jedoch schwierig. Kein Wunder, können sich solide aufgestellte Unternehmen derzeit in der Regel sehr günstig über ihre Hausbank finanzieren und müssen keine Hochzinsanleihe ausgeben. Dennoch sind wir wieder einmal in Österreich fündig geworden. Die Wienerberger Gruppe ist der größte Ziegelproduzent der Welt und setzt mehr als 2,5 Mrd. Euro jährlich um – schwarze Zahlen inklusive. Näheres zur Wienerberger-Anleihe, die bereits 2007 aufgelegt wurde, finden Sie auf Seite 5.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit unserer heutigen Ausgabe,

Ihr

Christoph Öfele
Vorstandsvorsitzender der DIU e.V.Deutsche Investoren Union



pdf-icon DIU-Report Nr. 1 Oktober 2014

 

Inhalt der ersten Ausgabe:

Anleihen im Blick:

  • Ekotechnika GmbH
  • More & More AG

Rechtsprechung aktuell:

  • GFE mbH
  • Debi Select Fonds

Anleihe des Monats:

  • S&T AG

Aktuelle Fälle der DIU:

  • MS 'Deutschland'
  • Rena Lange
  • Golden Gate

 

Editorial:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, Ihnen heute die erste Ausgabe unserer Mitgliederpublikation „DIU-Report" präsentieren zu dürfen. Zukünftig werden sie in diesem Rahmen monatlich über Neuigkeiten in unserem Verein informiert, Sie erhalten aktuelle Einschätzungen zu Anleihen und anderen Anlagemöglichkeiten. Eine kritische Betrachtung ist dabei für mich eine Selbstverständlichkeit!

Seit unserem offiziellen Start am 21. August hat sich schon einiges getan. Mittlerweile vertreten wir die Gläubigerinteressen in zwei „Anleihe-Fällen", nämlich der MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH und der Rena Lange Holding GmbH. Beide Gesellschaften haben sogenannte „Mittelstandsanleihen" emittiert und schockierten ihre Anleger mit der Ankündigung einer Gläubigerversammlung oder der Insolvenzmeldung. Mehr zu den einzelnen Fällen finden Sie in dieser Ausgabe.

Dazu haben wir in zwei Fällen vor Anleihen gewarnt, bei denen wir hohe Risiken sehen. Sowohl bei der Anleihe der Joh. Friedrich Behrens AG als auch der HanseYachts AG sehen wir mittelfristig große Probleme auf die Anleiheinhaber zukommen und raten deshalb dringend dazu, ein Engagement kritisch zu hinterfragen.

Vor einigen Wochen meldete die Golden Gate GmbH Insolvenz an. Ein herber Schlag für die Anleiheinhaber, die auf die Versprechungen des Geschäftsführers Uwe Rampold vertraut hatten, der bis zum Schluss versicherte, die Anleihe werde „hundertprozentig" zurückgezahlt. Was Anleihegläubiger in diesem Fall beachten müssen, erfahren Sie in dieser Ausgabe.

Es gibt aber auch interessante Anlagemöglichkeiten, die ich ihnen gerne vorstellen möchte. Doch Vorsicht: Auch ich bin gegen Betrug nicht gefeit. Ich erstelle meine Analysen immer unter der Prämisse, dass die vom Unternehmen kommunizierten Zahlen und Fakten stimmen. Das ist im Bereich der Mittelstandsanleihen leider nicht immer der Fall, wie das Beispiel MIFA zeigt. Wie sich herausgestellt hat, waren sämtliche Jahresabschlüsse falsch.

Ich wünsche Ihnen viel Freude mit unserer ersten Ausgabe und würde mich über ein Feedback von Ihrer Seite sehr freuen.


Bleiben Sie uns gewogen,

Ihr

 

Christoph Öfele

Vorstandsvorsitzender